Antike griechische Instrumente

Antikes griechisches Instrument

Antike griechische Instrumente: 9 bezaubernde Varianten

Es gibt zahlreiche antike griechische Instrumente. Allerdings wissen wir bei den wenigsten, wer sie erfunden hat. Vielleicht gab es 10 000 Jahre alte Vorläufer, und aus diesen sind dann wiederum die alten griechischen Instrumente entstanden. Die alten Griechen glaubten, ihre Götter hätten die Instrumente erfunden. Wir werden erfahren, ob diese sich dabei was gedacht haben, oder ob ein bestimmtes Instrument einfach nur entstand, weil ein Gott gerade gute oder schlechte Laune hatte.

Crotalum: Die Klapper für festliche Anlässe

Eine antike griechische Klapper, heute würde man Kastagnette sagen. Wobei es sich um lange Stöcke handeln konnte, nicht unbedingt um Objekte, die gut in eine Hand passen. Der Crotalom bestand aus unterschiedlichen Materialien, er wurde aus Meeresmuscheln gefertigt, aber auch aus Holz oder Messing.


Das Instrument gab natürlich ein klapperndes Geräusch von sich, ähnlich dem eines Storches, wenn er seinen Mund auf- und zumacht. Es wurde im Zuge religiöser Zeremonien gespielt. Die Menschen glaubten, durch Tänze, die musikalisch mit dem Crotalum belegt sind, würden böse Geister verschwinden. Manche trugen den Crotalum mit sich herum, da er ihnen Glück brachte.

Salpinx: Antike griechische Instrumente aus Metall + Knochen

Eine historisches, langes Blasinstrument aus Bronze. Es besaß einen konischen Ausgang, abgesehen davon ist es von der Form her länglich-zylindrisch. Die Salpinx hat eine Glocke besessen, um die Aufhängkette am Instrument zu befestigen, außerdem ein Mundstück aus Knochen-Material. Teilweise gibt es ziemlich komplexe Konstruktionen aus Knochen.

 

Im Zuge archäologischer Ausgrabungen haben die Forscher auch Salpinx-Modelle gefunden. Bemerkenswert ist ein Objekt aus 13 mit Bronzeringen verbundenen Knochenstücken, das in einem Kunstmuseum in Boston aufbewahrt wird. Diese Knochenstücke sind unterschiedlich lang (zwischen 5 und 15 Zentimeter), wobei generell die kürzeren Abschnitte näher am Mundstück liegen, während die Knochenstücke in Richtungs des Ausgangs kürzer werden.

 

Tatsächlich hatten die alten Griechen verschiedene Modelle, die zwischen 0,7 und 1,6 Meter lang waren.

 

Die Salpinx wurde im Zuge von Schlachten / Kriegen verwendet. Es gibt verschiedene Vasen, Trinkschalen und Gemälden, auf denen erkennbar Krieger auf dem trompetenähnlichen Instrument spielen. Es diente auch als Warn- und Signalinstrument: die Menschen wussten, was zu tun ist, wenn sie den Klang der Salpinx hörten. In vielen Truppen gab es ganz spezifische Tonabfolgen / Melodien, in die nur die Soldaten eingeweiht wurden. Doch viele Forscher vermuten, die das antike griechische Instrument sei auch zu Vergnügung gespielt worden, also auf Festen und bei Tanzveranstaltungen.

Wer kennt sie nicht: die Panflöte

Wir wissen nicht, woher die Panflöte stammt, wahrscheinlich wurde sie in unterschiedlichen Teilen der Welt parallel entwickelt. Seit langer Zeit ist sie in Südamerika, Asien und Europa bekannt. Die Inka-Indianer kannten sie schon lange vor der Ankunft der Europäer, ebenso hatten die Chinesen ihre Paixiao. Bekannt ist, dass die Römer und insgesamt die Europäer die Panflöte von den Griechen übernahmen.

 

Was sie für unseren Beitrag interessant macht, ist die Tatsache, dass sie einer Legende nach der griechische Hirtengott Pan erfand oder dieser zumindest für ihre Erschaffung verantwortlich war. Daher auch der Name Pan-Flöte. Die Waldnymphe Syrinx soll von einer übernatürlichen Kraft in ein Schilfrohr verzaubert worden sein, als sie sich weigerte, Pans Frau zu werden. Eine andere Variante besagt, es sei der Wunsch der Syrinx gewesen, ein Schilfrohr zu werden, um Ruhe vor Pan zu haben.

 

Zumindest erschuf Pan aus dem Schilfrohr die erste Panflöte, wobei sie von vielen alten Griechen nach der verhexten Syrinx bezeichnet wurde. Wobei diese Geschichte verschiedene Versionen hat. Nach einer Variante baute Pan die Flöte eigenhändig, indem er unterschiedlich lange Rohre fertigte und sie miteinander befestigte. Einer anderen Version nach sorgte der bloße Atem des Hirtengottes dafür, dass daraus die Flöte entstand.

 

Daphnis, der blinde Sohn des Hermes, lernte das Spielen auf der Panflöte von Pan.

 

Es gibt verschiedene Bilder und Skulpturen von Pan, auf denen er die Panflöte spielt. Dagegen sehen wir die Ziegen-Widder-Menschen-Gestalt Pan auch neben Daphnis, der eine Panflöte spielt, auf einer Skulptur, die in einem Museum in Neapel steht. Es gibt verschiedene Nachbildungen davon.

Tympanon: Die einfachste Trommel der Welt?

Eine einfache Trommel, mit einer Spielfläche aus Ochsenleder. Diese Spielfläche kann wahlweise mit der Hand oder mit Stöcken geschlagen werden. Wahlweise sind auch Metallringe am Rahmen befestigt, wie beim Tamourin (oder beim Rhoptron). Doch im Gegensatz zum Tambourin besaß das antike griechische Tympanon immer eine Leder-Spielfläche.

 

Frauen begleiteten religiöse Zeremonien mit dem Tympanon, auch auf anderen Veranstaltungen. Auch verschiedene Göttinnen, wie Demeter (Göttin der Fruchtbarkeit), Artemis (Göttin der Jagd) oder Rhea (Göttin von Fruchtbarkeit + Mutterschaft) spielen sie. Berühmt ist das Tympanon auch in den Dionysoskulten: das Gefolge („Thiasos“) des griechischen Weingottes spielte auf Tympanons. Es gibt Skulpturen von der Göttin Kybele, wo sie die Trommel spielt.

 

Vom Klang her ertönte das Instrument paukenähnlich.

 

In diversen Bibelübersetzungen des Alten Testaments taucht der Begriff Tympanon auf. Das ist ein Missverständnis, es ist nämlich tatsächlich die Tof-Trommel gemeint.

 

Die älteste graphische Abbildung vom Tympanon ist 2 900 Jahre alt, jedoch ist das Instrument wohl noch älter.

Zimbeln: Antike griechische Instrumente, oder moderne?

Zwei Beckenpaare, die beim aneinanderschlagen den Ton erzeugen. Die Zimbel ist heute in vielen Teilen der Welt bekannt, Verwendung fand sie aber erstmals vor etwa 2 600 Jahren in Griechenland. In der damaligen Zeit wurde das Instrument noch anders gespielt, man schlug das eine Becken auf das andere, außerdem bestand es aus Bronze. Auf großen, antiken Zimbeln sind oft Schriftzeichen zu sehen, deren Bedeutung Sprachhistoriker erklären können.

 

Zimbeln sind auf einigen griechischen Malereien zu sehen. Auf einem Steinrelief der Spätantike ist eine zimbelspielende Frau abgebildet.

 

Auch Klöppeln waren schon im alten Griechenland bekannt, vor allem zum Anschlagen von Zithern. Damals hießen sie in Griechenland Kymbala, heute sind sie unter dem Namen Koutalakia bekannt.

 

Jedenfalls haben Zimbeln aus Metall den Vorteil, dass man sie klingend oder klackernd spielen kann. Je nachdem, ob man die Paare nur kurz berühren lässt als würde man seine Finger auf eine heiße Herdplatte legen, oder sie zusammendrückt.

 

Antike griechische Zimbeln wurden von Männern und Frauen gespielt. In der antiken Religion spielten das Instrument aber Göttinnen wie Athene oder Persephone.

Rhoptron: Das etwas andere Tambourin

Ein Vorläufer der bekannten Tambourin-Trommel. Erzählungen über die dämonischen Korbyanten kommt das Perkussionsinstrument schon vor. Korbyanten haben es zur Tanzbegleitung verwendet.

 

Das Rhoptron bestand aus einem niedrigen Holzrahmen aus Kiefer oder Tanne, mit einer Höhe von 1 – 2 Zentimetern. Darüber gespannt war eine Haut aus Ochsenleder, wobei diese mit Nägeln am Rahmen befestigt war. Die Schellen in der Rahmen-Mitte bestanden aus Bronze.

Antike griechische Instrumente: Die Chelys ist eine besondere Saiten-Variante

Eine antike griechische Leier, war bis zur Neuzeit komplett ausgestorben. In der Antike bestand ihr Korpus aus Schildplatt.

 

Der Legende nach hat die Chelys der Botengott Hermes erfunden, als er auf einem Erdboden eine tote Schildkröte vorfand. Er höhlte den Panzer der Kröte aus und benötigte nur noch Darmsaiten und die Holzverbindungen, um diese Saiten aufzuspannen.

 

Weitere allgemeine Aussagen zur Chelys können wir eigentlich gar nicht treffen. In antiken Schriften tauchte der Begriff für alle möglichen Saiteninstrumente auf. Wobei er in späteren Begriffen stärker eingegrenzt wurde, vor allem von Gelehrten der Renaissance.

 

Man geht im Allgemeinen davon aus, mit dem Begriff „Chelys“ seien bestimmte Leiern auf 2 800 Jahren alten Vasen gemeint gewesen (siehe obiges Bild).

 

In den letzten Jahrzehnten wurden eine Reihe an Chelys nachgebaut, fast immer mit 7 Saiten. Man geht davon aus, das Instrument habe zwei Stangen („Peichis„) gehabt, die an den beiden Seiten des Schildlkröten(-förmigen) Korpus festgemacht sind und von ihm weg gehen. Am anderen Ende ist eine Querstange („Zygon„) befestigt, auf dem die Saiten aufgespannt sind. Tatsächlich besitzt das Saiteninstrument auch einen Steg. Wobei die Darmsaiten über den gesamten Korpus gespannt sind und erst am anderen Ende befestigt sind.

 

In der Forschung gibt es Hinweise darauf, dass die Chelys zur Unterstützung der menschlichen Stimme diente (Gesang, lyrische Erzählungen…)

Wiegenkithara: Damit wird die erste Kithara überhaupt bezeichnet!

Kitharas sehen den Chelys-Instrumenten ganz ähnlich, sind auch gleich aufgebaut. Tatsächlich wurde der Begriff „Chelys“ nicht selten verwendet, um Kitharas zu bezeichnen.

 

Es gibt auch die Betrachtungsweise, die „Wiegenkithara“ sei ein Synonym für die Phorminx. Der Begriff hat mit der Legende zu tun, nach der das Instrument entstand. Hermes sei nach seiner Geburt aus seiner Wiege geklettert und habe eine Schildkröte sowie ein Rind getötet. Den Panzer der Schildkröte verwendete er als Korpus für sein erstes Instrument, das Rind tötete er nur, um daraus die Darmsaiten zu konstruieren. Da dem Lichtgott Apollo das getötete Rind gehörte, schenkte Hermes ihm seine Wiegenkithara. Tatsächlich gefiel Apollo das Instrument, wie wir in zahlreichen Abbildungen sehen können, wo er sie in der Hand hat.

Die Wasserorgel Hydraulis

Der Vorläufer der modernen Orgel (auch der kleineren Varianten, wie Drehleier und Dampforgel) ist die Hydraulis. Sie wurde erstmals vom griechischen Erfinder Ktesibius vor etwa 2 300 Jahren entwickelt. Der längere Name von ihr lautet „Hydraulis von Dion“, da sie in den 1980ern im griechischen Dorf Dion im Zuge einer Ausgrabung entdeckt wurde.

 

Das Instrument benötigt keinen Blasebalg wie die moderne Kirchenorgel, da 

 

Die Hydraulis wurde auf Großveranstaltungen, wie Festen und Jahrmärkten gespielt. Auch Herrscher ließen sich von ihr unterhalten.

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