Antikes Saiteninstrument

In der Antike, vor einigen tausend Jahren, wurden zahlreiche Varianten zum Spielen verwendet. Ein antikes Saiteninstrument ist zum Beispiel die Pandura, die auch an verschiedenen Stellen ausgegraben wurde. Andere Instrumente kennen wir nur aus Erzählungen griechischer Dichter.

Lyra

Dieses Instrument haben wir bereits in diesem Artikel behandelt. Es ist fast dreitausend Jahre alt. Wie fast immer in der Antike verwendete man für das Zupfinstrument Darmsaiten, und zwar zwischen 3 und 8 Stück pro Instrument.

 

Die alten Griechen glaubten, der Schutzgott Hermes hätte die Lyra erfunden, und zwar aus den Körperteilen von Kühen und Schildkröten. Zu Hermes Glück gefiel seinem Halbbruder Apollo der Klang des Zupfinstruments. Apollo soll Orpheus sogar eine magische Lyra geschenkt haben, mit denen dieser Felsen, Bäume und Tiere beeinflussen bzw. ihre Gemütslage verändern konnte.

 

Zur Zeit des Hellenismus spielten besonders schlaue Menschen auf dem antiken Musikinstrument. Es wurde jedoch auch auf Veranstaltungen und Festen eingesetzt.

Dies ist die Lyra, ein beliebtes Instrument der Antike.

Pandura

Ein antikes Saiteninstrument, das schon vor 5,000 Jahren von den Akkadiern verwendet wurde. Es handelt sich um eine Art kleine und manchmal etwas längliche Gitarre. Auch bei den Griechen wurde die 3-saitige Pandura schnell beliebt. Die Römer passten die Breite des Stegs an und spannten noch eine Saite dazu. Die Pandura war der Vorläufer einer Vielzahl von Instrumenten.

 

Im Berliner Pergamonmuseum steht die Berliner Pandura, die Archäologen in Ägypten ausgraben konnten. Auch in manchen Gebieten Griechenlands wurden Exemplare ausgegraben.

Kithara

Vor über 2,700 Jahren hatte dieses ungewöhnliche Saiteninstrument 7 Saiten. 200 Jahre später sollen es schon 12 gewesen sein. Vom Namen her können wir ableiten, dass auch die Kithara aus dem alten Griechenland stammt. Kithara heißt auf Griechisch einfach „Gitarre“. Die Griechen empfanden den Klang des Instruments als besonders festlich. Vor zwei- bis dreitausend Jahren stellte man ein antikes Saiteninstrument ausschließlich aus Holz her. Heute wird teils auch Metall verwendet. Es gibt auch goldig aussehende Zierden-Kitharas.

Monochord

Ein Instrument, das Gelehrte wie Pythagoras für musiktheoretische Zwecke verwendet haben. Spätere Universalgenies entwickelten neue Versionen des Instruments.

 

Das Monochord erzeugt einen geheimnisvollen, fast mystischen Klang. Die Töne klingen tief, was sehr beruhigend wirkt. In der Regel sind die Saiten alle auf einem einzigen Ton gestimmt. Die Stege lassen sich jedoch auch verstellen. So sind zahlreiche Kombinationen möglich. Durch die entspannende Wirkung des Monochords wird es auch in der Musiktherapie eingesetzt.

Epigonion: Ein antikes Saiteninstrument, das einer Harfe gleicht

Dieses Instrument ist nach seinem Erfinder Epigonus von Ambrakia benannt. Er zupfte es mit seinen bloßen Fingern und verwendete keine Hilfsmittel, was zu seiner Zeit sehr ungewöhnlich war

 

Vom Prinzip her ist das Instrument extrem einfach gestaltet. Es besitzt einen dreieckigen Rahmen, in dem die Saiten aufgespannt sind. Zumindest die Nachbauten sind als Dreieck konstruiert. Vielleicht war es auch ein Trapez. Die gesamte Forschung über das antike Musikinstrument beruht auf einem Berichten von Schriftstellern wie Athenaios oder Polydeuces, die das Instrument nur vage beschrieben. Dennoch musste es ein eigenes gewesen sein. Spieler legten das Epigonion auf ihr Knie.

 

Das dreieckige oder trapezförmige Instrument musste 40 Saiten gehabt haben. Nachgebaute Modelle haben 23 oder 24. Wir kennen das Epigonion tatsächlich nur aus Erzählungen. Es gibt keine Bilder und bei Ausgrabungen wurde es auch nicht gefunden.

Magadis

Auch die Magadis kennen wir nur von Überlieferungen. Es deutet einiges auf ein Saiteninstrument, ähnlich einer Harfe hin. Vielleicht war es aber auch ein Blasinstrument. Da es jedoch ein antikes Saiteninstrument gewesen sein musste, haben wir es in diese Liste aufgenommen.

Barbat

Ein persisches Zupfinstrument. Der Barbat besitzt einen besonders kurzen Hals. Die Bauchform ist an einer Seite etwas spitz, damit die Saiten dort aufgespannt werden können. 

Chelys

Ein weiteres antikes Saiteninstrument. Die alten Griechen glaubten, es sei wie die Lyra von Hermes erschaffen worden, und zwar ebenfalls mithilfe eines Schildkrötenpanzers. Die Saiten sind am anderen Ende mit einem Stab befestigt. Dieser ist wiederum zwischen zwei Stäben montiert, die vom Körper abstehen.

 

Sicher ist, dass der Begriff „Chelys“ für mehrere Instrumente stand. Spätere Forscher verwechselten es mit der Kithara, bis Joseph Scaliger dies korrigierte. 

Phorminx

Der Vorläufer der Kithara. Es ist jedoch ein antikes Saiteninstrument ohne Schallkasten. In Homers Geschichten trat sie ab und zu auf. Unter anderem wurde sie von Phemias und Demodokos in der Odyssee gespielt. Wandernde Sänger benutzten es als Begleitung.

 

Die Phorminx besteht aus mindestens 2 Saiten. Auch moderne Varianten besitzen Darmsaiten.

Trigonon

Eine Harfe mit einem dreieckigen Rahmen. Sie hat ihren Ursprung ebenfalls in der Antike. Vielleicht kommt sie aus Ägypten oder Persien. Auf einer der wenigen erhaltenen Zeichnungen hat das Instrument zwei Saiten. 

Ein antikes Saiteninstrument ist das Trigonon.

Simikion

Eine Harfe mit 35 Saiten. Es ist nahe mit dem Epigonion verwandt. Hat aber eben 5 Saiten weniger.

Barbitos

Ein 7-saitiges Instrument aus der Antike. Es wurde von Lyrikern wie Anakreon oder Sappho erwähnt, die sich nicht nur auf die Erfindung von Gedichten und Geschichten konzentrierten. Es gibt mehrere Zeichnungen mit der Barbitos. Das bekannteste dürfte das Bildnis mit dem Liebesgott Eros sein, auf dem er ein solches antikes Saiteninstrument spielt. Diese Frau sitzt auf einem Stuhl mit dem Instrument. Es ist etwas schwierig zu entscheiden, ob es sich bei den Instrumenten auf den Zeichnungen tatsächlich um Barbitos-Modelle handelt. Man geht dennoch davon aus, da man dieses Instrument sonst nirgends findet.

 

In Schauspiel und Theater wurde es vor zwei bis drei Jahrtausenden oft eingesetzt. Allerdings war es im Hellenismus nicht weit verbreitet. In Anatolien spielten mehr Menschen auf der Barbitos.

Sambuca

Meyers Konversationslexikon vom Ende des 19. Jahrhunderts behauptet, die Menschen seien damit während dem Essen unterhalten worden. Die Sambuca ist sicherlich in weiten Teilen Asiens in Gebrauch gewesen. Im Gegensatz zu vielen anderen anderen Instrumenten handelt es sich bei seinem Namen nicht um ein griechisches oder römisches Wort. Es ist ein antikes Saiteninstrument, das wohl vom Troglodytae-Volk erfunden wurde.

Psalterium

Damit sind allgemein Zither oder Hackbretter gemeint. Es gibt unterschiedliche Ausführungen, und die Flügel sind je nach Modell anders gestaltet. Der Begriff Psalterium hat sich von der Antike aus bis in die heutige Zeit stetig gewandelt. Vor 2,000 Jahren meinte man damit eine einfach gestaltete Harfe.

Psaltery

Ein Zither-Instrument aus dem alten Griechenland. Er besteht aus Holz oder auch Metall und ist dreieckig oder trapezförmig aufgebaut. 

 

Der Psaltery wurde ab dem 19. Jahrhundert wirder beliebter. Im Hinblick auf die Saitenanzahl gibt es viele Möglichkeiten. Manche Varianten haben 3, andere nur 30 Saiten. Es gibt klassische Ziegendarm-Modelle und welche mit Stahlsaiten.

 

Auch Indien ist reich an Saiteninstrumenten.