Coole Instrumente: Reibungsharfe, Flairdrum, Toha ...

Richtig, richtig coole Instrumente gibt es gar nicht so wenige, wie man glauben will. Hast du schon mal darüber nachgedacht, ob nicht vielleicht Murmeln die Tasten auf einem Klavier, die Spielfläche auf einer Trommel oder sogar Saiten anschlagen können? Dies ist bei der Wintergatan-Marmormaschine der Fall. Es gibt Gitarren mit mehreren Griffbrettern. Und sogar eines, das riesige Blitze erzeugt.

Pikasso-Gitarre: Das exklusivste Instrument der Welt?

Eine „besondere“ Gitarre, 1984 von der kanadischen Geigenbauerin Linda Manzer für den Jazz-Gitarristen Pat Metheney zusammengebaut. Die Pikasso-Gitarre hat insgesamt drei Stege, nicht nur einer wie andere Saiten-Instrumente. Bei der Pikasso-Gitarre gibt es ein langes, dünneres Griffbrett und zwei kurze, ein wenig breitere. Dann gibt es noch ein weiteres, exotisch wirkendes Element am anderen Ende des Korpus. Linda Manzer hat auch ein Modell mit mehreren langen Griffbrettern zusammengebaut, das den Ton auf komplett akustische Weise erzeugt.

 

Das coole Instrument besitzt insgesamt 42 Saiten, die auf vier Abschnitten angeordnet sind. Sie überkreuzen sich, berühren sich jedoch nicht.

 

Was die Pikasso-Gitarre so einzigartig macht, ist die Tatsache, dass es alleine Pat Metheney gewidmet ist. Er spielte das Instrument in Beyond the Missouri Sky, What´s It All About und Imaginary Day.

 

Die exakt selbe Pikasso-Gitarre wurde bisher nicht nachgebaut. Doch Linda Manzer baute eine Reihe weiterer Gitarrenvarianten mit mehreren Stegen. Bei den Menschen, die eine Manzer-Gitarre besitzen, handelt es sich in der Regel um Gitarristen aus aller Welt. Auch die Folk-Sängerinnen Susan Crowe und Marie-Lynn Hammond besitzen jeweils eine.

 

Wir können auf jeden Fall sagen, dass Gitarren mit mehreren Stegen eine absolute Seltenheit sind. Immerhin kann man auf der Pikasso-Gitarre alle Saiten erkennen, wenn man sie vor dem Bauch hält.

Die Wintergatan-Marmormaschine: das coolste Instrument der Welt

Coole Instrumente: In der Wintergatan Marble Machine sind 2000 Murmeln.

Dieses Getriebe wird mithilfe einer Kurbel angetrieben. Das Drehen der Kurbel bringt eine Mechanik in Gange, die Murmeln aus Stahl in Bewegung versetzt. Beim Herabfallen erzeugen diese den Klang, indem sie auf die Saiten von Bassgitarren, Stäbe von Vibraphonen oder Trommelmembranen fallen. Die Murmel kehrt anschließend wieder in den Kreislauf zurück. Es befinden sich in der Maschine 2 000 Murmeln!

 

Die Wintergatan-Marmormaschine ist eine Erfindung von Martin Molin. Er ist Mitglied einer schwedischen Band, die elektronische Folk-Musik spielt.

 

Die Band Wintergatan baute bisher zwei Marmormaschinen zusammen. Die zweite Version hieß Marble Machine X und die dritte, Martin vs the Machine, ist gerade im Bau.

Zeusaphon: Eines der besonders coolen Instrumente

Bei diesem „Instrument“ werden die Töne mithilfe der Spannungen von Tesla-Spulen erzeugt. Die Spannung muss mehr als eine Millionen Volt betragen, um den außergewöhnlichen Klang zu erzeugen. Daneben gibt es auch noch einen Augenschmaus: die Mega-Spannung erzeugt einen großen Blitz!

 

Das Zeusaphon wurde 2007 von Oiver Greaves und Joe DiPrima während einer Science-Fiction-Veranstaltung vorgestellt. Ein Elektrotechnik-Student half damals bei der Erzeugung des Klangs.

 

Das Zeusaphon ist natürlich kein allzu günstiges Instrument, doch du musst immer noch weniger als 10 000 Euro dafür hinlegen.

Coole Instrumente: Die Yaybahar klingt besonders fern

Die Yaybahar ist eines der coolen Instrumente. Gorkem Sem spielt sie in seinem Haus, aber das ist ein anderes Modell.

Ein komplexes, aber kompaktes Instrumentensystem mit Trommeln und Federn. Was das Objekt so besonders macht, ist sein imposanter Klang, der klingt, als käme er aus einer fernen Welt. Er ähnelt einer Orgel, die ja quasi in den Himmel zu Gott ertönen soll.

 

Die Federn einer Yaybahar werden mit einem Bogen angestrichen. Die Vibration dieser Federn findet ihren Weg über Seile zu den Trommel-Membranen. Oft gibt es eine größere und eine kleinere Trommel, manchmal auch nur eine größere.

 

Es ist ein modernes cooles Instrument: der türkische Künstler, Erfinder und Komponist Gorkem Sen hat es erfunden. Er wurde 1982 in Istanbul geboren und fing mit der Gitarre an. Bisher war er als Sound-Techniker tätig und arbeitete in Konzerthallen.

Omnichord: Eines der besten Instrumente für Anfänger

Das Omnichord ist ein elektronisches Instrument mit Tasten („Touch Plates“), mithilfe dem man Melodien erzeugen kann. Diese können harfenartiger Natur sein, es kann sich auch um Orgel- oder Trommeltöne handeln. Mithilfe eines Tastenrasters ist es möglich, Akkorde zu erzeugen.

 

Das Omnichord ist ein cooles Instrument der 1980er Jahre. Das erste Modell war bereits mit einer überwältigenden Anzahl an Funktionen ausgestattet. 2001 wurde das Q-Chord eingeführt, das noch mehr kann als das Omnichord. 5 Jahre zuvor geriet bereits das Omnichord in Vergessenheit, nach der Veröffentlichung des OM300. Doch in den letzten Jahren interessieren sich viele Musiker wieder für das Omnichord, weshalb die Suzuki Musical Instrument Corporation wieder daran arbeitet, neue Modelle zu entwickeln. Brandneu ist die Variante OM-108. Dem Hersteler war es wichtig, eine besonders einfache Bedienung zu ermöglichen. Der Modellname kommt daher, da das neue Omnichord nun 108 Akkorde erzeugen kann, mehr als viermal so viel wie das erste Modell von 1980. Wahlweise kannst du beim mit AA-Batterien betriebenen elektronischen coolen Instrument den Lautsprecher verwenden. Es sind unter anderem Töne für Klavier, Celeste, Gitarre und Harfe verfügbar.

 

In den 80ern und 90ern kostete ein Omnichord nur etwa 90 Euro. Heute muss man für dieselben Modelle mehr als 500 US$ hinlegen, und auch das OM-108 kostet fast 800 Euro.

Die Flairdrum

In diesem Wort steckt schon das Wort  „Trommel“ drin. Wir können das Ganze auch als Schlagzeug bezeichnen, da mehrere „Trommeln“ in einer Konstruktion verbaut sind. Bei den Trommeln handelt es sich allerdings nur um leere Plastikflaschen. Deshalb können wir die Flairdrums auch zu den Müll-Instrumenten zählen, sie sind aber trotzdem und vor allem deshalb coole Instrumente.

 

Stimmen lassen sich die Flaschen, indem man das Innere der Flaschen unter Druck setzt, also Luft in sie pumpt. Dies erhöht die Spannung in der Flasche. Je stärker die Spannung, desto höher der Ton beim Anschlagen des Gefäßes.

 

Um dies zu realisieren, muss man einfach das Ventil anblasen, das anstelle des Deckels montiert wurde und wieder verschrauben. Die Flairdrum zählt also zu den Perkussionsinstrumenten, die am einfachsten stimmbar sind. Allerdings muss man das vor dem Spielen grundsätzlich tun. Das Ventil ist vom Aussehen und seiner Funktionsweise der Fahrradpumpe sehr ähnlich.

 

Gespielt wird das coole Instrument mit Holzstäben, die oft mit Wolle umwickelt sind. Wenig geeignet sind die bloßen Hände.

 

Die meisten Flairdrums haben durchsichtige „Tasten“ / „Trommeln“ (also Plastikflaschen). Besonders Teenager und Kinder mögen es jedoch, wenn es sich um bunt lackierte handelt. Wie die meisten Müll-Instrumente kann auch dieses jeder selber herstellen. Man muss mehrere Flaschen parallel an der Öffnung mit den Ventilen auf ein Brett (zum Beispiel aus Holz) schrauben.

Coole Instrumente: Ist die Toha wirklich eine Harfe?

Die Toha ist auch eines der coolen Instrumente.

Eine besondere Harfenart, bei der 42 – 44 Saiten, in ursprünglichen Versionen nur 21, einen Kreis bilden. Sie sind unten an einem kugel-ovalförmigen Boden befestigt und oben an einem Stab. Der Resonanzkörper befindet sich innerhalb des Saitenkreises. Aufgrund der Saitenlage wird die Toha für gewöhnlich von zwei Menschen gespielt, die sich gegenüber stehen / sitzen. Die Saiten werden dabei in der Regel aufgeteilt, sodass bei einer 44-saitigen Toha jeder Spieler 22 Saiten hat.

 

Das coole Instrument wurde vor einigen Jahren vom Komponisten Victor Gama erschaffen. Er ließ sich dabei von einer mittlerweile ausgestorbenen Vogelart beeinflussen, die ihre Nester rund um Baumstämme baute. Die Toha ist ähnlich aufgebaut, ihr Klang soll die Seelen der Vögel wieder auf die Erde bringen. Da die Vogelart im Süden Angolas lebte und es in diesem Land Instrumente gibt, bei denen mehrere Personen auf einem einzigen spielen, kam Gama auf die Idee der Toha.

 

Die Toha wird gerne von Kindern gespielt, das Saiteninstrument kommt aber auf Konzerten zum Einsatz. Victor Gama selbst bringt Kindern die Toha näher, tritt aber auch in Konzertsälen auf.

Reibungsharfe: Klangerzeugung etwas anders

Die Reibungsharfe ist ein Reibungsidiophon, nicht zu verwechseln mit den bekannten Schab-Instrumenten, bei denen der Klang erzeugt wird, indem man mit einem Stab auf eine unebene Oberfläche fährt.

 

Bei der Reibungsharfe wird der Ton jedoch durch „Rutschen“ mit dem Finger auf der glatten Spieloberfläche erzeugt.

 

Eine „Friction Harp“ hat jedoch mit einer echten Harfe gar nicht so viel gemein. Sie besitzt nicht einmal Saiten, sondern Metallstäbe. Durch Reiben beziehungsweise Schieben auf der Oberfläche eines Stabes wird ein Klang erzeugt. Die Stäbe sind unterschiedlich lang, weshalb es möglich ist, tiefere und höhere Töne erklingen zu lassen.

Zungentrommel: Müssen coole Instrumente unbedingt aufregend sein?

Ein ufoförmiges Instrument, das tatsächlich einen modernen und futuristischen Eindruck macht. Du brauchst auf keinen Fall deine Zunge, um das Instrument zu spielen (anders als bei Trompeten oder beim Saxophon). Es ist nur so, dass bei einer Zungentrommel kreisförmig „Zungen“ auf der Oberfläche des Instruments angeordnet sind. Mit dem entsprechenden Spielstab angeschlagen, bringen diese unterschiedlich hohe Töne hervor.

 

Als Anfänger hat man es einfach, schöne Klänge aus der Zungentrommel hervorzubringen. Man kann zum Beispiel einfach im Uhrzeigersinn jede „Zunge“ einmal im gleichmäßigen Abstand mit dem Stab anschlagen. Ein wenig rauer und metallischer mag die Zungentrommel klingen, wenn du sie mit den Händen anschlägst.

 

Technisch gesehen ist das coole Instrument ein sehr einfaches Klavier, bei dem man immer nur einen einzigen Ton zugleich anschlagen kann. Ist das Klavier nicht verstimmt, klingt der Ton immer gut. Egal, ob die Taste von einem Anfänger gedrückt wird oder vom bekanntesten Pianisten.

 

Wegen ihrer Form wird die Zungentrommel auch als „Mandala“ bezeichnet.

Das Stylophon ist ebenfalls leicht bespielbar

Ein elektronisches Instrument, bei dem die „Tasten“ mit der Nadel berührt werden, was dann einen altmodischen, trötenartigen Klang erzeugt. Es handelt sich bei den Tasten tatsächlich um Metallplättchen, die dieselbe Form haben wie eine Klaviatur. Die Höhe der Töne hängt mit der Stärke des Widerstandes zusammen. Zur Tonerzeugung wird ein Schaltkreis geschlossen.

 

Das 1967 erfundene coole Instrument genoss damals eine Welle der Beliebtheit, es wurden immerhin 3 Millionen Exemplare verkauft. Es gab immer wieder Musiker, die versuchten, das „Instrument“ mit in ihre Aufnahmen und Produktionen einzubinden, unter anderem David Bowie mit „Space Oddity“. Am weitesten verbreitet ist es jedoch immer in der Kinderpädagogik und als Spielzeug gewesen. Das ist auch kein Wunder, da der Erfinder der Erzählung nach den Einfall mit dem Stylophon hatte, als er das Spielzeug seiner Nichte reparierte.

 

Wir empfehlen das Stylophon für dein Kind, da es schön altmodisch und antik aussieht, jedoch nicht unbedingt altmodisch klingen muss. Nach 27 Jahren stellt Dubreq seit 2007 wieder Stylophone her.