Griechische Instrumente: Alles, aber keine Tasten-Varianten

Es gibt zahlreiche griechischen Instrumente, die mehr oder weniger bekannt sind. Manche werden sogar aus Kannen oder Muscheln hergestellt! Andere sind Kombinationen aus zwei bekannten Instrumenten, wobei die dann selbst nie beliebt geworden sind.

Allgemeines über die griechische Musik

Die Musik Griechenlands hat sich in den letzten 500 Jahren entwickelt. Allgemein unterteilen wir griechische Volksmusik in zwei Arten: in die traditionelle griechische Musik und in die byzantische. Die traditionelle Musik entstand bereits vor über 2 000 Jahren in der Antike, die byzantische „erst“ vor 900 – 1000 Jahren. Beide Varianten wurden sowohl von den Kirchen als auch später von den Osmanen weiterentwickelt. In der Klassik ließen sich Komponisten erst ab dem 19. Jahrhundert von den Melodien beeinflussen. Man sagt auch, die Griechen seien die ersten gewesen, die Musik zu therapeutischen Zwecken / als Heilmittel eingesetzt hätten. Auch wichtige Philosophen, die ja damals auch Naturwissenschaftler waren, erkannten die Bedeutung der Musik. Allerdings befürworteten manche auch gewisse Einschränkungen: Platon war der Meinung, ungewöhnliche Tonleitern und besonders hohe oder tiefe Töne seien nicht hilfreich.


Folgende Musikrichtungen sind von Bedeutung:


– Kantada: Ein kleiner Männerchor, unterstützt von Gitarrenmusik.


– Nisiotika: Spezifische Melodien, die mit Frauen- oder Männergesang begleitet wird, dazu mit Blas- und Saiteninstrumenten.


– Rebetiko: Die Musik von vertriebenen Griechen in Asien in den 1920er Jahren, nachdem sie aus Izmir vertrieben wurden. Rebetiko-Musik kam schließlich in den 1950ern in Griechenland an und wird dort bis heute gespielt. In der Zwischenzeit war Rebetiko wechselhaft beliebter und weniger beliebt.

Das sind die modernen Varianten der griechischen Instrumente

Kretische Lyra

Eine dreisaitige Lyra-Variante, die auf der großen Kreta-Insel südlich des griechischen Festlandes bekannt ist, aber auch auf der Dodekanes-Inselgruppe. Sie ist wie die Geige ein Streichinstrument, doch man berührt die Saiten mit den Nägeln und hält sie ganz anders als die Geige. Ein Spieler stützt sie auf den Oberschenkeln oder Knien ab, ähnliche wie die Viola da Gamba.

Die kretische Lyra wird in der griechischen Volksmusik verwendet, wobei sie auch schon auf Blues-Konzerten zu sehen war. Auch in gastronomischen Einrichtungen treten Spieler des Saiteninstruments auf und auf großen, lauten Festen.


Wie viele orientalischen Saiteninstrumente besteht auch die kretische Lyra oft aus Maulbeer- oder Walnussholz. Außerdem verleimt man die Oberfläche mit Fischschuppen.


Die Herstellung einer kretischen Lyra läuft keineswegs einheitlich ab. Es gibt Varianten wie Vrontolyra oder Lyraki, die jeweils für unterschiedliche Einsatzbereiche konstruiert worden sind oder verschieden klingen.


Nickelsaiten werden als die besten Saiten für kretische Lyren angesehen.

Pontianische Lyra: Die Kemence des Schwarzen Meers

Eine Variante des Kemence-Instruments ist die dreisaitige pontianische Lyra. Die Saiten sind im Abstand von Quarten zueinander gestimmt ( oft B – E – A).

 

Der Korpus der Kemence des Schwarzen Meeres besteht oft aus Akazien, Walnuss, Maulbeere oder Pflaumenholz. Bei der Verwendung von Pflaumenholz wird das Material nach den Ringen angeordnet. Das Holz mit den dichtesten Ringen findet unter den obersten Saiten Platz, wenn es weiter nach unten geht, erscheinen die Ringe mehr ausgedünnt. An der Oberfläche des Korpus sind zwei enge Schall-Schlitze vorhanden.

 

Die Saiten moderner pontianischer Lyras bestehen aus Metall, traditionell aus Seide oder Darm. In der Regel sind zwei Metallsaiten gleich dick, die andere ist zusätzlich mit Stahl umwickelt. Man nennt die am höchsten klingende Saite zil, die tiefste kapan. Ein Spieler kann wahlweise eine der drei Saiten als Bordunton verwenden und die anderen zwei als Melodiesaiten.

 

Die Kemence des Schwarzen Meeres wird mit einem Bogen angespielt, nämlich mit Pferdeschwanzhaar. Der Bogen hat oft zwei parallele Seiten: eine Griffseite und eine Spielseite.

 

Das Instrument ertönt in einem melancholischem, düsteren Klang.

Makedonische Lyra

Ein Streichinstrument mit birnemförmigen Korpus. Vom Namen her stammt sie vermutlich aus Makedonien, also aus Nordmazedonien oder Nordgriechenland. Allerdings handelt es sich um eine Weiterentwicklung der byzantischen Lyra aus Persien.

 

Unabhängig davon, wo sie erfunden wurde: Heute wird sie fast ausschließlich in Griechenland gespielt und hergestellt.

 

Das Instrument besteht aus Holzmaterialien wie Nussbaum, Fichte oder Ahorn. Die mazedonische Lyra hat drei Saiten, die am fast kreisförmigen Kopf mit länglichen Stimmwirbeln auf der Gegenseite verknüpft sind. Der Steg ist ziemlich kurz, wohingegen die ovalförmige Oberfläche des Korpus etwa dreimal länger ist. Das Instrument weist insgesamt Ähnlichkeiten mit der pontianischen Kemence auf, doch der Korpus erscheint als weniger länglich (also nicht „flaschenförmig“). Beiden Instrumente wurden in der byzantischen Zeit erfunden.

 

Die Bögen mancher makedonischer Lyren ähneln sich, es gibt aber auch Varianten mit einseitigen Bögen.

Griechische Instrumente: Wo kommt die Oudola her?

Ein eher exotisches Instrument: es handelt sich um eine Mischung von Mandola und Oud.

 

Ein unbekannter Instrumentenbauer hat die Oudola in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts erfunden, angeblich für den griechisch-armenischen Volksmusiker Agapios Tomboulis.

Santouri: Der einzige Zither unter den griechischen Instrumenten?

Ein Hackbrett. Santouris gibt es auf dem Gebiet des früheren Persien (Iran), in Indien und in Griechenland. Jede östliche / orientalische Region hat ihre eigenen Formen der Santouri.

 

Der Korpus der Santouri ist quadratisch.

 

Die Saiten der Santouri bestehen aus Metall. Eine Besonderheit: sie werden nicht mit den Fingern angezupft, auch nicht mit einem Plektrum. Sondern mit dünnen Stäben, genannt „Klöppeln“. Die Oberfläche dieser Stäbe besteht aus Leder.

 

Die Santouri hat mehrere Sattel zur Befestigung der Saiten.

Griechische Instrumente: Wie ist die Laouto aufgebaut?

Eine Laute mit eher langem Steg, wobei der auch nur fast so lang ist wie der Korpus. Sie wird in Griechenland und Zypern verwendet.

 

Ursprünglich besaß die Laouto vier Darmsaiten. Moderne Modelle haben vier Stahlsaiten. Dies macht die Saiten robuster und resistenter gegenüber Spannungseinflüssen, aber die Laouto klingt so auch höher.

 

Der Korpus besteht aus Walnuss oder Ahorn, ist am unteren Ende abgeflacht. Sonst wäre er ovalförmig. Aufgrund der Form ist es möglich, das Saiteninstrument aufzustellen, ohne dass es umkippt. Klassische Gitarren kann man nur hinlegen. Der Korpus ist unter Umständen nicht so robust, gehe also vorsichtig mit deiner Laouto um.

 

Das griechische Instrument besitzt Bünde. Sie sind in einem geringeren Abstand angeordnet als jene der Gitarren.

 

Das Wort Laouto ist mit dem Begriff „Oud“ verwandt. Tatsächlich wird sie in Griechenland ebenfalls mit einem Plektrum gezupft, auf Zypern mit einem federähnlichen Gegenstand. Allerdings hat die Laouto nur ein Schallloch, nicht mehrere wie die Oud.

Floghera: Eines der einfacheren griechischen Instrumente

Eine der zahlreichen griechischen Flötenarten, vielleicht ist sie sogar das einfachste Flötenmodell, das in dem Land zu finden ist. Es handelt sich um ein dünnes Bambusrohr mit 7 Grifflöchern. Um einen guten Ton erzeugen zu können, ist kein besonderer Druck nötig.

 

Das Instrument ist also einfach zu bespielen, dennoch kann es eine Herausforderung sein, das Instrument zu meistern. Viele spielen nämlich ziemlich schnelle Melodien auf ihrer Floghera. Sie hat einen charakteristischen orientalischen Klang, doch ihre Klangfarbe verrät dennoch, dass es sich um ein griechisches Instrument handelt.

 

Ursprünglich wurde die Floghera von Hirten gespielt. Es spricht nichts dagegen, das Instrument privat zu verwenden. Du kannst darauf die typischen Lieder für Flöten spielen. Interessanter wäre es, würdest du dir ein griechisches Notenheft besorgen.

Lalitsa: Auf den ersten Blick gar kein Musikinstrument?

Dieses griechische Instrument sieht aus wie eine Kanne: es hat einen gewölbten Bauch, sogar einen geschlungenen Griff. Nicht ohne Grund: man füllt in das Gefäß Wasser rein. Ungewöhnlich: um den Ton zu erzeugen, pustet der Spieler in den Ausguss rein. Das Gewicht einer Lalitsa beträgt fast einen Kilogramm.

Ein wenig über die Mantura

Dieses Blasinstrument wurde wohl in Kreta erfunden, ist dort zumindest am ehesten bekannt. Der Spieler bläst durch eine Zunge rein, ähnlich wie bei einer Klarinette. An dieser Stelle ist die Röhre abgeflacht und somit dünner. Die „Kleine Pfeife“ hat 4, 5 oder 6 Löcher, die Länge des Rohres beträgt 20 – 25 Zentimeter.

Souravli

Eine griechische Schäfer-Flöte aus hellem Holz, mit einem Tonumfang von zwei Oktaven. Als Doppelflöte dient das eine Rohr zum Spielen der Melodie, während das andere keine Löcher hat.

Tsampouna

Ein weiterer griechischer Dudelsack. Er besitzt ein etwa 25 Zentimeter langes Rohr, wobei der Beutel aus Ziegenleder besteht.

 

Die Tsampouna wurde seit dem 19. Jahrhundert nicht mehr gespielt. Als im 20. Jahrhundert nach und nach die Länder in Europa ihre eigenen Varianten von Dudelsäcken wieder belebten, erregte die Tsamopouna bei den Griechen in den 2000ern wieder Aufmerksamkeit. Das Instrument wird möglichst detailgetreu nach den alten Modellen nachgebaut, wobei die Spielweise sich verändert. In der Regel basteln sich Amateure ihre eigene Tsampouna und basteln darauf.

 

Das Wort Tsampouna ist dem italienischen Begriff „Zampogna“ entlehnt. Das sind ähnliche Doppelpfeifen / Dudelsäcke.

Griechische Instrumente: Die Toubeleki

Dieses griechische Instrument zählt zu den trommelähnlichen Arten. Auf jeden Fall handelt es sich um ein Perkussionsinstrument. Wie viele Trommeln benötigt es kein Resonanzloch. Es ist ohnehin keine zweiseitige Trommel, sondern ist unten offen. Das Material der Spielfläche ist ein Fell, während der kelchförmige Korpus typischerweise aus Metall besteht.

Cochilia: Die Hülsentrompete aus Griechenland!

Wer schon mal sein Ohr an eine Meeresmuschel gelegt hat, hört vielleicht ein Rauschen. Tatsächlich werden die Schwingungen der Umgebungsluft in diesen „verstorbenen“ Gefäßen in einer besonderen Art und Weise reflektiert.

 

In Griechenland haben sich Menschen vor Jahrhunderten überlegt, man könnte kleine Muscheln doch auch zu einem Blasinstrument umfunktionieren, also einen Ton künstlich herbeiführen.

 

Die Herstellung des Instruments ist denkbar einfach. Man wählt sich eine so genannte „Ostraka“-Muschel aus und schneiden die Spitze davon mit dem Messer ab. In dieses Loch bläst man hinein. Der Ton ist nicht wahnsinnig aufregend, aber immerhin. Es ist möglich, höhere und tiefere Tonhöhen zu erzeugen. Je nachdem, wie stark der Spieler reinbläst. Die Tonhöhen welchseln sich fließend.

Weitere griechischen Instrumente erklärt auf musik-zubehoer.com!

Neben den modernen griechischen Musikinstrumenten haben wir auf dieser Webseite noch eine Reihe antiker griechischer Instrumente analysiert und verständlich dargestellt.

 

Antikes Saiteninstrument Beitrag: Hier erklären wir, wo die Lyra wohl herkommt und wann Instrumente wie Pandura, Kithara oder Epigonion erfunden worden sind.

 

Antike griechische Instrumente mit 5 Buchstaben: Hier stellen wir die Aulos vor, aber auch eine Reihe antiker Harfen.