Musikinstrument mit A: Vom Adungu bis zur Armpfeierl

Es gibt unzählige Musikinstrumente mit A. Viele davon sind nur regional bekannt, wie etwa asiatische oder afrikanische Instrumente. Andere wurden von Musiktheoretikern erfunden, aber nie realisiert. Und manche kann man nicht nur zum Musizieren verwenden.

Musikinstrument mit A: Die Saitenvarianten im Überblick

Akustikbass

Ein Bass, der auf mechanische Art und Weise einen Klang erzeugt. Deshalb ist der Resonanzkörper des Instruments aufwändiger gestaltet, als zum Beispiel auch bei einem Halbakustikbass.

Angelica

Dieses Instrument war in der Barockzeit beliebt. Vor allem in Frankreich. Ähnlich wie die Harfe ist die Angelica ein Musikinstrument mit A, bei dem die Töne durch Zupfen erzeugt werden. Auch die Stimmung gleicht der einer Harfe. Der Bauch ähnelt einer Theorbe.

 

Wer eines der seltenen Exemplare in die Hand bekommt, wird sehr erstaunt sein. Denn die Angelica besitzt ganze 16 Saiten! Deshalb war sie auch eher leicht zu spielen. Vor 300 Jahren, in der Barockzeit, wurden Stücke für die Angelica geschrieben. Heute ist das Instrument in die Bedeutungslosigkeit abgerutscht. Hergestellt wird sie leider nicht mehr. Nur wenige Exemplare sind von ihr noch enthalten.

Arpeggione

Ein Musikinstrument mit A, das ähnlich aussieht wie eine Gitarre. Allerdings werden die Saiten mit einem Bogen gestrichen, und nicht mit den Fingern angeschlagen. Es ist umstritten, ob Johann Georg Stauffer tatsächlich die Streichgitarre als solches erfunden hat. Die Entdeckung der Arpeggione wollen wir ihm aber nicht absprechen.

 

Wie die allermeisten Kombinationen von Instrumenten zählt auch die Arpeggione nicht zu den am weitesten verbreiteten. Außerdem ist sie leicht ersetzbar. Viele Stücke lassen sich entweder mit Cello, Geige oder Gitarre spielen.

Ajaeng

Ein Instrument aus Südkorea. Es gibt auch eine modernere, kleine Version der Ajaeng. Die Saiten der Ajaeng sind sehr dick und bestehen aus Metall oder Seide. In der Regel werden die Töne wie bei der Geige mit einem Bogen berührt. Es gibt aber auch Leute, die sie zupfen.

Aizai

Im Osten Chinas ist dieses Musikinstrument mit A weit verbreitet.

Ananas

Das gibt es auch als Frucht. Und als humorvolle Zeichnung auf Redbubble oder Pixabay.

Airguitar

Können wir das auf einer deutschen Seite überhaupt in die Liste mit aufnehmen? Wir meinen natürlich die Luftgitarre. Sie wird oft von Komikern „gespielt“. Zumindest machen bewegen sie die Hände so, als spielten sie das Saiteninstrument. Es kann quasi jeder Airguitar spielen. Es gibt kaum eine falsche Spielweise.

Ein Mann, der Rockmusik spielen will - aber kein Musikinstrument mit A hat.

Armgeige

Das ist die deutsche Übersetzung des italienischen Begriffs „Viola da braccio“. Die Bezeichnung Bratsche ist allerdings viel geläufiger. Die Armgeige wurde erstmals im 16. Jahrhundert in Italien hergestellt. Der Geigenbauer Gasparo da Salo zimmerte sie in seiner Werkstatt.

 

Die Armgeige bzw. Bratsche kommt in der klassischen Musik zum Einsatz, und zwar in Orchestern, aber teilweise auch Solos.

Adungu

Ein Musikinstrument mit A, das an ein Schiff ohne Segel erinnert. Allerdings stammt es aus dem afrikanischen Land Uganda, wo es gar kein Meer gibt. 

 

Bei der Adungu handelt es sich um eine Bogenharfe. Über dem Resonanzkörper befindet sich ein Loch. Die 6 bis 7 Saiten sind quer über den Hohlraum mit Loch gespannt, bis zum Stab. Den Klang einer Adungu nehme auch ich als fein und weich wahr. Es ist nicht schwerer, das Musikinstrument mit A zu spielen, als viele andere Saiten-Modelle.

Akkordzither

Auch bekannt als Zitherharfe oder Mandolinen-Zither. Genau wie bei der Tischharfe handelt es sich um ein „liegendes“ Saiteninstrument. Eine Besonderheit besteht darin, dass es kein Griffbrett besitzt. Damit besitzt jede Saite eine Feste Tonhöhe. Der Zither ist also viel einfacher zu spielen als eine Gitarre. Tatsächlich ist es als Lerninstrument konzipiert worden.

Musikinstrumente mit A, die Tasten besitzen

Adiafon

Das Adiafon sieht aus wie ein seltsames Klavier. Tatsächlich besitzt es einen besonderen Klang. Ähnlich wie dem der Glasharmonika, doch muss es nicht gestimmt werden. Es ist kein Wunder, dass es nicht allzu bekannt wurde. Auch Genies wie Wilhelm Fischer oder Benjamin Franklin machen manchmal Fehler. Reicht es nicht aus, Gläser aneinanderzureiben? Das erzeugt fast eine bessere Musik. Zumindest, nachdem ich das Adiafon in der Musik-Fakultät einer Uni ausprobiert habe.

Altorgel

Ein Musikinstrument mit A, das … keine Erwähnung finden muss. Es gibt nämlich gar keines, das so heißt. Manche verwenden das Doppelwort für eine alte Orgel, die bald ausgetauscht werden sollte. Vielleicht verdienen es auch besonders bekannte und angesehene Gotteshäuser, dass in ihnen eine uralte Altorgel steht. Das hört sich irgendwie hochwertiger und beeindruckender an als „Alte Orgel“. So wie „Altmeister“ anstatt „Alter Meister“.

Aelodicon

Damit ist eine bestimmte Art von Mini-Orgel geeignet. Es ist ähnlich aufgebaut wie das Druckwindharmonium, wobei die Tretschemel anders aussehen. Das Aelodicon ist eine hervorragende Ergänzung für Orgel-Anfänger.

Arciorgano

Ein Musikinstrument mit A, welches vom italienischen Komponisten Nicola Vicentino erfunden wurde. Es ist eine beeindruckende Vorstellung, dass eine einzige Oktave 31 Töne beinhalten könnte.

 

Vicentino hat das Arciorgano im Jahre 1555 beschrieben. Es ist jedoch nicht bekannt tatsächlich jemals ein solches Instrument gebaut wurde. Vicentino selbst war nur Musiktheoretiker, kein Instrumentenbauer. Zumindest in elektronischer Form ist es möglich, sich die Töne des Instruments anzuhören.

Blas-Musikinstrumente mit A

Alphorn

Das dürfen wir natürlich auch nicht außer Acht lassen. Wobei ich eigentlich kein Fan von diesen Wortverknüpfungen bin. Ein Horn fängt schließlich mit „H“ an und nicht mit „A“. 

 

Das Alphorn ist ein erstaunliches Instrument. Man hört es teils mehrere Meilen weit. Dennoch existieren Spielgruppen. Die machen das Hornspiel noch lauter. Umso beeindruckender ist die Form des Instruments. Es ist bis zu fünf Meter lang! Allerdings kommt es auch auf die Stimmung an. C-Hörner sind beispielsweise nur halb so lang. Das Holzrohr sieht am Ende aus wie ein Megaphon, so breit ist die Öffnung. Das Mundstück jedoch ist ziemlich dünn, damit es in den Mund passt.

Ein bekanntes Musikinstrument mit A - zumindest in Teilen Österreichs. Wobei man auf diesem Bild die Schweizer Flagge zu sehen bekommt.

Antoniophon

Das französische Unternehmen Antoine Courtois wurde vor 235 Jahren gegründet. Mit dem Antoniophon stellt es ein ganz eigenes Blasinstrument her. Es erinnert an eine ungewöhnliche Trompete. Im Gegensatz zu anderen Blasinstrumenten besitzt das Musikinstrument mit A jedoch ein geschlängeltes Rohr.

 

Die Firma Antoine Courtois ist übrigens nicht vom Erfinder des Antoniophons gegründet worden. Der erfand das Instrument erst 100 Jahre später. Der Unternehmer war Antoines Vater.

Algaita

Ein Musikinstrument mit A, das in Westafrika verbreitet ist. Sie besitzt in der Regel einen konischen Schalltrichter. Zur Herstellung werden diverse Hölzer oder auch Tierhörner verwendet. Die Länge des Horns beträgt circa einen halben Meter. Die Afrikaner halten diverse Bestandteile mit Seilen und Schnüren zusammen.

Askobantoura

Wie viele Sackpfeifen-Modelle ist dieses Instrument ziemlich laut. Es wurde auf Kreta verwendet. Dort nennt man das Musikinstrument mit A auch „askavalos“.

 

Im Jahr 2020 wurde der Dokumentarfilm „Die Reise von Askvalos“ herausgebracht. Dahinter steckt 10 Jahre Filmarbeit. Mit dem Film wird versucht, der Askobantoura wieder mehr Beachtung zu schenken.

Apito

Die Metall-Version der Sambapfeife eher aus wie ein Werkzeug. Sie klingt tatsächlich nicht wie ein Instrument. Ihr Klang ist verwechselbar mit einer gewöhnlichen Trillerpfeife.

 

Die Apito besitzt je zwei Löcher, eines links und das andere rechts. Durch Zuhalten der Löcher entsteht ein anderer Ton. Deshalb handelt es sich bei ihr um ein dreitöniges Instrument.

Arghul

Dieses Musikinstrument mit A wurde wohl vor zweieinhalbtausend Jahren in Ägypten erfunden. Heute ist es im Mittleren Osten und Nordafrika verbreitet, und zwar in der Tanzmusik. Die Länge der Blockflöte beträgt etwa einen halben Meter. 

 

Die Arghul besitzt 6 oder 7 Löcher. Diese sind allesamt an der Melodieröhre angebracht. Man kann das Bordunrohr entfernen und ein längeres oder kürzeres anbringen. So verändern sich auch Klang und Tonhöhe.

Aulos

Schreibt man gleich in der Mehrzahl wie in der Einzahl. Ist ein maskuliner Begriff: „der Aulos“. Wenn ihn Laien sehen, denken sie, es handele sich einfach um ein anderes Flötenmodell.

 

Das Instrument Aulos ist aber ein sehr altes Instrument. Schon vor 4,000 Jahren wurde es in Ägypten gespielt, später benutzten es auch die Römer und Griechen. Erst um 700 nach Christus herum entdeckte man den Aulos wieder. Heute gibt es Instrumentenkundige, die den Aulos möglichst genau nachbauen.

Armpfeiferl

Oder auch Almpfeife in Standard-Deutsch. 

 

Das Musikinstrument mit A hat noch weitere Bezeichnungen, wie Tibia, Suplu oder Memet. Es handelt sich um eine Kernspaltflöte, die auch eine Scheidekante besitzt. Steiermärker Volksmusikanten verwenden oft das Brucker Almpfeiferl. Sie wurde schon vor Jahrzehnten totgesagt – und ist noch immer oft in der Region zu hören.

Atenteben

Eine Blockflöte mit abgeflachten Enden. Ein Spieler nimmt das Mundstück beim Spielen nicht komplett in den Mund.

 

Für die Herstellung der Atenteben-Flöte wird Bambusrohr verwendet. Da werden dann die entsprechenden Löcher reingestanzt, und fertig ist das Musikinstrument mit A. Es wird in Ghana, Westafrika verwendet.

Albisiphon

Eine Flöte aus Metall, die nach ihrem Erfinder benannt ist. Sie ist tiefer als die Querflöte. Außerdem ist sie gebogen, ähnlich wie eine Trompete. Das ungewöhnlich aussehende Objekt ist nie richtig beliebt geworden. Unwahrscheinlich, dass sie nach über 100 Jahren noch einen Aufschwung erleben wird.

Amyrga

Dieses eintönige Musikinstrument mit A stammt aus der russischen Region Tuva. Dieses Gebiet befindet sich in der Nähe der mongolischen Grenze.

 

Das Blasinstrument besitzt ein konisches Rohr, etwa einen halben Meter lang. Als Herstellungsmaterial wird für das Rohr Kiefernholz verwendet. Zum Zusammenbinden verwenden Instrumentenbauer auch Tiersehnen oder Birkenrinde. 

 

Bei der Amyrga wird der Klang eines männlichen Jagdhorns nachgeahmt. Da sie nur einen Ton und keine Löcher hat, kann sie quasi jeder spielen.

Schlaginstrumente, die mit dem Buchstaben A beginnen

Ansingtrommel

Es gibt eine Vielzahl an unterschiedlichen Ansingtrommeln. Das Membranophon Kazoo zählt dazu. Dieses hat einen Klang, der einem elektronischen Rasierapparat gleicht. Die Gemeinsamkeit mit normalen Trommeln besteht darin, dass ein Fell in Schwingung zu versetzen ist. Aber nicht mit Schlägeln oder den Händen. Sondern mit dem Druck des Atems. Das ist beim Mirliton nicht anders.

 

Das Kazoo lässt sich leicht selbst herstellen. Und zwar mit ganz einfachen Haushaltsgegenständen, die die meisten Leute besitzen. Hier findest du eine kleine Anleitung.

Afrikanische Trommel

Ein Dachbegriff für alle Trommeln, die ihren Ursprung auf dem afrikanischen Kontinent haben. Besonders bekannt dürften die afrikanischen Buschtrommeln sein. Es gibt unzählige afrikanische Trommeln. Krim, Dondo oder Kpanlogo sind nur einige davon.

Musikinstrument mit A: Dies sind einige "spezielle" Varianten

Amboss

Das ist ein Gegenstand, der für die Bearbeitung von Metall verwendet wird. Man kann mit den Stahlplatten auch musizieren. Bei bekannten Komponisten, wie Verdi oder Wagner, hat das Amboss seinen Platz in einer Handvoll von Stücken gefunden. Für die Oper „II Travatore“ benötigt man das Musikinstrument mit A.

 

Der Vorteil am Amboss besteht darin, dass er in der Schmiede verwendet wird. Weil er so wichtig ist, stirbt das Instrument nie aus und Komponisten können immer auf ihn zurückgreifen. Zum Beispiel, wenn sie spezielle Effekte erzeugen wollen.

Aetherophon

Ein anderes Wort für Theremin. Als es vor etwa 100 Jahren von einem Physiker erfunden wurde, war es ziemlich modern. Wie bei den meisten Instrumenten benötigt man die Hände, um Aetherophon zu spielen. Doch der Spieler berührt das Instrument nicht. Stattdessen steuert er die Antennen durch Handbewegungen. Die beiden Antennen dienen jeweils der Steuerung von Tonhöhe und Lautstärke. Es erfordert einiges an Fingerspitzengefühl, das Musikinstrument mit A zu beherrschen. Manche empfinden seinen Klang als etwas schaurig und schummrig.

Angklung

Bei diesem Instrument werden eine Reihe von Bambusröhren an einem Rahmen befestigt. Es wurde im 4. Jahrhundert auf einer indonesischen Insel erfunden. Es war bei der Verjagung von Tieren nützlich. Irgendwann hatte man auch in religiösen Stätten Gefallen daran gefunden. Heute ist das Angklung in weiten Teilen des fernöstlichen Raums, wie Thailand, Indonesien oder Malaysia bekannt.

Automatophon

Im Laufe der Musikgeschichte traten immer wieder Gegenstände in Erscheinung, mit denen man einfach Lieder abspielen konnte. Beispielsweise durch Drehen einer Handkurbel.

Die Akadinda: Ein Musikinstrument mit A im Xylophon-Stil

Die Akadinda ist ein recht großes Xylophon. Die zahlreichen Platten bilden zusammen einen Bogen. Will man die mittleren Töne anschlagen, befindet man sich mit den Händen daher auf einer anderen Höhe als bei den seitlichen Tönen. Die Akadinda kann wie eine Hängematte an zwei Seilen oder Schnüren aufgebaut sein.

 

Die Melodien, die für die Akadinda geschrieben sind, sind oft ziemlich schwer zu spielen. Das Musikinstrument mit A findet in Uganda bei festlichen Anlässen Verwendung.

Fazit

Wie wir nun erfahren haben, gibt es viele Dutzende Instrumente, die mit dem Buchstaben A beginnen. Doch nur einige wenige von ihnen sind auf der ganzen Welt bekannt. Eines davon dürfte das Akkordeon sein. Da im Deutschen die Bezeichnung „Ziehharmonika“ geläufiger ist, haben wir es nicht in diese Liste aufgenommen.

 

Auf jeden Fall haben wir nun einige neue Sachen gelernt. Wir wissen nun, dass Metallblöcke in manchen Opern verwendet werden. Und, dass man nicht alle Musikinstrumente mit A berühren muss, um sie zu spielen.