Musikinstrument mit R: Saiteninstrumente, Blasinstrumente und sogar Xylophone

Manche Musikinstrumente mit R sehen aus wie Wellhölzer. Andere sind Saiteninstrumente und haben am Kopf einen Griff. Tauche ein in die spannende Welt der R-Instrumente.

Rankett: Ein geheimnisvolles Holzblasinstrument

Auch ohne „n“ als Rackett bekannt, Cervelas oder Wurstfagott/Faustfagott (französisch cervalet = Wurst).

 

Das Rankett ist tatsächlich ein Vorläufer des Fagotts, aber kürzer. Es besitzt einen zylindrischen, hohlen Holzkörper, in dem an der Seite kleine Löcher eingearbeitet sind. Dies verleiht dem Instrument einen dumpfen und sanften Klang.

 

In Europa hat man das Musikinstrument mit R in der Zeit nach dem Mittelalter verwendet. In Musikbüchern aus dem 16. und 17. Jahrhundert lassen sich oft Abbildungen von verschiedenen Exemplaren in unterschiedlichen Größen finden. Da ist es kein Wunder, dass in den letzten Jahrzehnten einige Instrumentenbauer auf die Idee gekommen sind, ein solches Objekt nachzubauen.

 

Es gab zwei Hauptvarianten des Racketts. Das Barock-Rackett hatte ein geschlungenes Rohr, in das man hineinblasen konnte, um Wind in den Holzkörper zu bringen. Außerdem war es breiter. Das Renaissance-Rackett hingegen war dünner und etwas länger.

Das Rackett ist ein Musikinstrument mit R, und es gibt zwei Varianten: Barock- und Renaissancestil.

Irgendwie sieht das Rankett ziemlich lustig aus. Welches Wellholz hat nur ein Griff? Tatsächlich ist das Innenleben ziemlich komplex: ein typisches Exemplar weist eine 9-fach geteilte Innenbohrung auf.

 

Die Löcher sind rund herum um das Holz eingebohrt. Deshalb benötigst du zum Spielen nicht nur Fingerkuppen, sondern auch die Handfläche, um alle Löcher zuzudecken.

Russische Hörner

In Russland bekannt als Rozhok oder Wladimir-Horn. Teilweise tauchen auch die Bezeichnungen Hirtenhorn oder Gesangshorn auf.

 

Folgendes ist charakteristisch für das Musikinstrument mit R:

 

–> Es besitzt 5 Spiellöcher, eines unten.

–> Es ist 0,3 bis 0,8 Meter lang.

 

Das Rozhok ist tatsächlich ein Holzblasinstrument – und besteht bis heute auch Holz. Gerne verwendet wird Wacholder, Birke oder Ahorn. Die Grundstimmung ist G, F# oder C.

 

Das Instrument wird in der russischen Volks- und Tanzmusik verwendet.

 

Russische Hörner wurden vermutlich erstmals im 16. oder 17. Jahrhundert entwickelt. Wobei der Erfinder anders wie beim Saxophon unbekannt ist. 

Rototom: Schlag-Musikinstrument mit R

Dieses Instrument wurde in den 1970ern von zwei kanadischen Schlagzeugern erfunden. Es ist ein Schlaginstrumenten-System, das man in der Höhe verstellen kann, und zwar ziemlich schnell. Man muss bloß den Aluminiumrahmen drehen, auf dem das durchsichtige Trommelfell „aufgespannt“ ist. Drehst du den Metallreifen im Urzeigersinn, wird das Membran weiter gespannt und du kannst höhere Töne auf dem Musikinstrument mit R spielen. Möchtest du hingegen tiefer spielen, musst du gegen den Uhrzeigersinn drehen.

 

Der Durchmesser einer Rototom-Trommel kann 15 Zentimeter betragen, sie kann aber auch 50 cm groß sein. Manchmal sind mehrere Schlagzeuge in verschiedenen Größen nebeneinander auf einem Ständer montiert. Deshalb und weil bei dem Instrument die Tonhöhe so leicht verstellbar ist, gibt es dafür sogar Stücke mit Noten.

Rubab: Ein besonderes Saiteninstrument

Das Rubab ist ein Musikinstrument mit R.

Auch bekannt als Robab oder Rabat. Die besondere Laute ist in weiten Teilen Asiens bekannt, wie in Teilen Indiens, Pakistans, Tadschikistans, der Türkei, Iran, Irak, Westchina und in Afghanistan.

 

Der Korpus der Rubab besteht aus Maulbeerholz und ist an der Vorderseite mit Tierhaut überzogen. Charakteristisch sind auch die tiefen Zargen des Resonanzkörpers sowie der abstehende Kopf, der an einen Schabel erinnert. Tatsächlich hat der Kopf einen Haken zum Aufhängen.

 

Die Saiten vom Musikinstrument mit R werden in der Regel gezupft, wäre auch eher umständlich, würden sie angeschlagen werden. Größe und Saitenanzahl des Instrument können stark variieren. Kleine Varianten haben nur 5 Resonanzsaiten, große 15 und zusätzlich 21 weitere Melodiesaiten.

 

In Indien wird die Rubab bereits seit über 500 Jahren gebraucht. In der Zwischenzeit sind dort jedoch andere Instrumente populärer geworden. In Persien wird es mit Sicherheit bereits seit mindestens 1400 Jahren verwendet.

Musikinstrument mit R: Ein spezielles Harfenmodell

Der Rahmen einer Saitenharfe sieht ziemlich dreieckig aus. Ihr Hals ist nämlich nicht geschwungen, sondern gerade. Außerdem verjüngt sich der Korpus nicht nach unten hin wie bei der modernen Harfe, sondern bleibt breit auf der ganzen Strecke. Die Säule einer Rahmenharfe ist allerdings ein wenig nach außen gebogen.

 

Die Rahmenharfe wurde im Mittelalter recht häufig verwendet, doch mittlerweile haben sich mehrere Instrumentenbauer an Nachbauten gewagt. Und dennoch verwenden auch sie lieber Nylon- anstatt Darmsaiten.

Roneat: Ein Musikinstrument mit R mit gebeugtem Körper

Das Roneat ist ein Musikinstrument mit R. Es handelt sich um ein gewölbtes Xylophon.

Als Roneat bezeichnet man in Kambodscha diverse Arten von Xylophonen, die oft aus Bambus bestehen. Roneats können aber auch aus anderen Hölzern oder aus Metall (Metallophone) bestehen. Vor 3000 Jahren verwendete man noch häufiger Stein. Wobei Roneat in der Khmer-Sprache eine Abwandlung des Wortes Roneap ist, was tatsächlich Bambusstreifen heißt.

 

Es gibt folgende Arten des Roneat-Xylophons:

 

– Roneat Dek: Ein Metallophon mit 21 Stäben.

 

– Roneat Thung: Ein gebeugtes Holz-Xylophon, man könnte es auch als schiffsartig bezeichnen. Generell zählt die Thung-Variante zu den größeren kambodschanischen Xylophonen. Ältere Modelle aus dem 20. Jahrhundert und davor sind aufwändig verziert, das erinnert dann an ein Teppich-Muster.

 

– Roneat Ek: Dieses Musikinstrument mit R hat ebenfalls einen gebeugten Körper, besteht aus Holz oder Bambus. Die unterschiedlich langen Spielstäbe sind mit einem Seil aufgehängt, also nicht auf beiden Seiten mit Nägeln befestigt wie die typischen westlichen Xylophone.

Die Stäbe des Roneat Ek sind 29 – 39 Zentimeter lang, und die Tonhöhe hängt auch mit ihrer Dicke zusammen.

 

– Roneat thmor: Ein altertümliches Stein-Xylophon. Zahlreiche Ausgrabungen zeugen davon, wie das Khmer-Volk vor Jahrtausenden Musik machte.

Rauschpfeife: In anderen Sprachen heißt dieses Musikinstrument mit R genauso

Die Rauschpfeife ist ein längliches Musikinstrument mit R.

Die Rauschpfeife ist ein kegelförmiges Rohrblattinstrument, das Blatt ist mit einer Winkappe umschlossen. Sie besitzt zwei Kappen und ein G-Doppelloch.

 

Rauschpfeifen sind ziemlich laut, sind also für Auftritte im Freien bestimmt. Auf Italienisch heißt sie übersetzt Schreierpfeife, was darauf hindeutet, dass man auf ihr auch sehr hohe Töne spielen kann. Aber auch tiefe: es gibt nicht nur Sopran- sondern auch Bass-Rauschpfeifen. Um Halbtöne hinzubekommen, muss man aber Kreuzgriffe machen.

 

Die Rauschpfeife ist ein traditionelles Mittelalter-Instrument. Sie kommt aus Deutschland, weshalb es im Englischen kein anderes Wort für sie gibt. In der Renaissance war das Musikinstrument mit R am bekanntesten. Der deutsche Komponist Michael Praetorius beschreibt in „Syntagma musicum II“ ausführlich die Schreierpfeife. In der ersten Hälfte des 16. Jahrhundert wurde das Instrument im Nürnberger Raum von vielen Musikern gespielt.

Ryuteki: Die Flöte eines magischen Wesens

Ryuteki ist japanisch und heißt „Drachenflöte“, sie wird traditionell aus Bambus hergestellt. Das Instrument hat 7 Löcher vorne, keines hinten. Du brauchst also keinen Daumen zum Spielen, und vielleicht nicht einmal sämtliche der 8 übrigen Finger. Allerdings werden die Löcher nicht mit den Fingerkuppen abgeschlossen. Die Japaner umklammern die Querflöte beim Spielen halb.

 

An der Innenseite ist die Ryuteki mit Temperafarbe beschichtet, wodurch sie langsamer altert. Zur Stabilisierung des Bambus wird zudem Kirschrinde verwendet.

 

Der Klang der Ryuteki soll an Drachen erinnern. Dabei klingt das Instrument ziemlich hoch und klar, und gar nicht danach, als würde jemand mit Feuer speien. Der tiefste Ton ist kein Bass, wobei die Flöte Töne zweier ganzen Oktaven hinbekommt. Allerdings läutet die Ryuteki nur den Aufstieg eines Drachen in den Himmel ein.

Letztes Musikinstrument mit R für heute: Die Schallzither

Auch bekannt als Scherrzither, Zwecklzither, Scharr, Schlagzither und Kratzzither. Das Saiteninstrument ist in den Alpen verbreitet. Die Saiten sind auf a‘ a‘ d‘ gestimmt. Das Griffbrett ist halb- oder vollchromatisch. Die halbchromatische Variante ist ursprünglicher. Vom Aufbau her ist die Raffelle ein Zither. Allerdings werden die Saiten wie bei der Gitarre angeschlagen und nicht gezupft.