Musikinstrument mit Sch: Die bekanntesten Varianten

Es gibt zahlreiche unterschiedliche Musikinstrumente mit Sch – das einzige, was sie gemeinsam haben, ist, dass sie mit dem Buchstaben Sch beginnen. Die meisten Menschen suchen nach deren Namen, weil sie bei ihrem Kreuzworträtsel oder Stand-Land-Fluss-Spiel nicht weiterkommen. Deshalb erhältst du bereits jetzt einen kurzen Überblick über die Instrumente, die wir nun vorstellen wollen:

 

* Schalmei

* Schlagzeug

* Schofar

* Schrap-Instrumente

* Schryari

* Schwegel

* Schlaghölzer

* Schellenstab

* Schellenring

* Scheitholt

* Schneckentrompete

* Schabbaba

Schalmei: Blasinstrumente ganz alt

Ein Doppelrohrblatt-Instrument, typischerweise aus Holz gefertigt. Generell ist der Begriff „Schalmei“ ziemlich allgemein gehalten, es handelt sich um Instrumente mit Doppelrohrblatt.

 

Die mittelalterliche Schalmei ist sehr einfach gebaut, mit einem geraden, konischen Rohr. Sie besitzt 7 Grifflöcher, wobei manche Modelle auch ein zusätzliches Daumenloch an der Unterseite haben. Modelle ab dem Spätmittelalter können auch größer sein; sie werden auch Bombard oder Pommer genannt. Allerdings waren auch nach dem Mittelalter die kürzeren Modelle beliebter, da sie handlicher und einfacher bedienbar waren. Am ehesten ähnelt ein Schalmei-Rohr jenem des Fagotts. In der Renaissance wurde das Rohr der typischen Schalmei jedoch enger und ihre Grifflöcher im Durchmesser kleiner. Außerdem hatten nun viele Varianten eine zusätzliche, höhere Oktave. Nur kurz verbreitet sind so genannte „stille“ Schalmeien gewesen, die einen weicheren Ton erzeugten.

 

Die Schalmei war ab dem 12. Jahrhundert in Europa weit verbreitet. Vermutlich führten die Kreuzzüge dazu, dass ihr Vorgänger seinen Weg vom Orient nach Westeuropa fand.

 

Da die Schalmei so laut war, wurde sie häufig auf größeren Veranstaltungen gespielt, üblicherweise im Freien.

 

 

Eine asiatische Variante der Schalmei ist die Charumera. Als in Europa Renaissance-Zeit war, reisten Europäer aus geschäftlichen Gründen oder als Missionare nach Ostasien. So entwickelte sich aus der Schalmei die Charumera. Ihr Name ist nicht zufällig gewählt: Nudelverkäufer auf der Straße machen damit auf sich und ihre Produkte, die Nudelsorte Charumera aufmerksam.

Schlagzeug: Das bekannteste Musikinstrument mit Sch?

Das Schlagzeug ist ein Perkussionsinstrument, wobei es verschiedene Variationen gibt.

 

Es handelt sich um ein Perkussionsinstrument: man schlägt einfach mit einem Stab auf die Spielfläche drauf. Der Unterschied zwischen einer klassischen Trommel besteht darin, dass es sich beim Schlagzeug um ein ganzes Set von „Trommeln“ handelt. Manche davon haben einen Korpus, andere bestehen bloß aus einer Metalllplatte, die auf einem Metallstiel aufgehängt ist. Letztere sind also einseitige Becken.

 

Bei einem Schlagzeug handelt es sich also immer um ein Trommelset. Manche haben sogar eine Glocken oder auch eine Tambourine eingebaut, also eine Trommel mit Schellen. So kann ein Schlagzeuger es richtig scheppern und klirren lassen – und das ist schließlich seine Leiblingsbeschäftigung.

Schofar: Das natürlichste Musikinstrument mit Sch?

Ein Widderhorn eines gestorbenen Schafes oder eines Antilopen, in das man reinblasen kann. Es ist bedeutsam vor allem in jüdischen rituellen Zeremonien. Auch christliche Gelehren wissen um die Bedeutung der Schofar. Das Instrument taucht bereits im ersten Buch Mose auf, als anstelle von Isaak ein Widder geopfert wurde. Manche sind auch der Ansicht, mit den sieben Posaunen, die im Zuge der Eroberung Jerichos angeblasen wurden, seien Schofars gemeint gewesen.

 

Auf jeden Fall hat das jüdische Volk vor Jahrtausenden zu bedeutenden Anlässen gebaucht, wie zur Salbung eines neuen Königs und am Beginn des Sabbats. Das erzählt uns die Bibel.

 

Verschiedene Signalabfolgen haben auch unterschiedliche Bedeutungen.

Schraper: Die unbekannteste Art, Musik zu machen?

Schrapinstrumente sind weniger häufige Instrumente, im Vergleich zu Perkussions-, Tasten-, Blas- oder Saiteninstrumenten. Sie haben eine unebene Spielfläche, die mit einem Stab angestrichen wird. Diese Spielfläche können wir als gerillt oder gezahnt bezeichnen. Sie kann fein sein oder auch sehr groß (wie beispielsweise der Rücken eines Krokodils oder Frosches).

 

Eines der bekannten Schrapinstrumente ist das brasilianische Reco-Reco. Moderne Varianten des Instruments haben Metallfedern, ein Spieler mit einem Stab anstreicht. Traditionelle Modelle sind hingegen aus Holz oder Bambus.

 

Auch Waschbretter mit gewellten Rippen dienen teils als Musikinstrumente. Gerne werden diese Objekte vor den Bauch gebunden, um sie leichter zu spielen.

 

Schraptiger kommen in China zum Einsatz. Dieses als „Yu“ bezeichnete Musikinstrument mit Sch besteht aus einem Tiger-Körper. Die Tierfigur hat 27 Metallplättchen in 9 Reihen auf dem Rücken, über die ein Spieler mit dem Stab fahren kann.

 

Ein wenig anders aufgebaut als das Yu ist das koreanische Eo. Es stammt vom chinesischen Yu ab, allerdings hat der Tiger auf dem Rücken 27 kleinere, gezackte Elemente hintereinander angeordnet. Über diese als Jeojeo bekannte Spielfläche muss man mit dem Bamusstock streichen.

Schryari: Nur eine weitere Flötenart?

Ein veraltetes Holzblasinstrument, die ältesten Daten dazu stammen aus dem 16. Jahrhundert. Für den Daumen hat die Schryari hinten ein Loch, vorne besaß sie in der Regel sechs.

 

Die Schryari ist auch als Rauschpfeife bekannt.

 

Bereits ab dem 18. Jahrhundert, also etwa 150 Jahre nach ihrer mutmaßlichen Erfindung, geriet das Musikinstrument mit Sch wieder in Vergessenheit. Es schien nie besonders relevant für Komponisten gewesen zu sein.

Schwegel: Ist dieses Musikinstrument mit Sch noch einfacher als die Schryari?

Ein Schwegel ist eine Querflöte in zylindrischer Form, moderne Varianten haben gerne auch ein konisches Rohr. Typischerweise hat der Schwegel 6 Grifflöcher, das Musikinstrument ertönt ziemlich hoch. Sein nächster Verwandter ist die Piccoloflöte.

 

Es ist typischerweise in der Tonart B gestimmt, es gibt welche in C-, Des- oder Es-Tonlage.

 

In der Militärmusik hat der Schwegel eine lange Tradition, auch als Signalpfeife erweist er gute Dienste. Und seit der Neuzeit findet es in der Volksmusik Verwendung, vor allem in Norwegen (keltische Musik).

Schlaghölzer ("Claves")

Zwei typischerweise kurze Hölzer, die aneinandergeschlagen werden. Man gebraucht ein Schlagholz, um den Takt anzugeben. Da Claves so kurz sind und man sie leicht in der Hand halten kann, erklingen sie auch ziemlich hell. Laien und Anfänger schlagen ein Clavespaar einfach aneinander, während es auch die Methode gibt, das eine Holz horizontal zu halten und das andere darauf anzuschlagen. Zu diesem Zweck ist manchmal eine Kerbe in das Spielholz eingebaut. Es macht im Grunde keinen Unterschied, welches der beiden Hölzer du links hältst und welches rechts.

 

Mit Sicherheit stammen die Schlaghölzer vom südlichen Teil des afrikanischen Kontinents, weshalb sie auch in der afrokubanischen Musik von Bedeutung sind.

Schellenstab

Der Schellenstab ist noch etwas einfacher zu spielen als Schlaghölzer. Er besteht aus zwei Teile: einem Stiel zum Halten mit der Hand, an dem ein Abschnitt mit zahlreichen kleinen Glöckchen anschließt. Teilweise ist der Glockchenteil mit Samt überzogen, oder einfach aus dem Material wie der Stab insgesamt (aus Holz oder sogar Metall).

 

Der Schellenstab ist ein hervorragendes Instrument für kleine Kinder (wenn sie das Säuglingsalter überschritten haben).

 

Neben Schellenstäbe ist das Schellenband noch ein Musikinstrument mit Sch, das wie erwähnen möchten. Das bindet man am Arm oder Füß fest. Nicht selten sieht man Tänzer, die es am Fuß tragen und damit während dem Tanzen ein rasselndes Geräusch erzeugen.

Schellenring: Der "hohle" Stabrassel-Ring, gefüllt aus Luft

Auch unter der Bezeichnung kopfloses Tambourin bekannt. Damit hat der Schellenring kaum mehr was mit einer Trommel gemein, außer dass es sich um ein Perkussionsinstrument handelt.

 

Das Objekt besitzt einen stabilen, robusten Rahmen aus Holz, Kunststoff, Metall oder Glas. Auf dem sind, wie beim Standard-Tambourin, die zahlreichen Schellen im gleichmäßigen Abstand angeordnet sind.

Scheitholt (oder moderner Scheitholz)

Eine Bordunzither, also ein recht kleiner Zither. Tatsächlich ist das Scheitholt viel länger als breit. Allerdings ist es auch kein Monochord mit nur einer Saite, sondern hat zwei bis vier Saiten, in der Romantik-Epoche bis zu sechs. Man nimmt zwar an, dass das Scheitholt vom antiken Monochord abstammt, jedoch trat es erst im Spätmittelalter auf. In der Appalachen-Region ist das Scheitholt am dem 17. Jahrhundert ebenfalls bekannt, es ist ein Vorläufer vom Hackbrett der Appalachen.

 

Das Scheitholt hat eine ähnliche Form wie dieses richtige Brennholz, das man Scheitholz nennt. Allerdings war es gar nicht so leicht, das Instrument herzustellen. Das circa ein Meter lange Holzstück (der Korpus) war komplett hohl, auch der Kopf mit den Stimmwirbeln war recht kreativ und kunstvoll gestaltet. Einige Modelle hatten zwei kleine Schalllöcher unter den Darm- oder Tierhaarsaiten, ein kleineres und ein größeres. Diese Löcher waren aber nicht direkt nebeneinander. Es gab auch Varianten mit mühlenförmigen Löchern, und nicht alle Varianten hatten einen Sattel. Die Stimmung eines Scheitholts ist variabel.

 

Regional lassen sich verschiedene Namen für den kleinen Zither finden. Scheitholt ist zwar der offizielle Begriff, interessanterweise auch in der englischen Sprache. In Teilen Belgien nennen es die Leute Vlier, in der Schweiz ist das Scheinholt als Hexenscheit bekannt und in Norddeutschland aufgrund seines Klangs Hummel.

 

Das Scheitholt war während der Renaissance in Mitteleuropa, den Niederlanden, Belgien, Ungarn, dem Gebiet des heutigen Slowenien und in Skandinavien verbreitet. Heute wird es nur noch von wenigen gespielt.

Musikinstrument mit Sch: Die ozeanische Schneckentrompete

Dieses Musikinstrument mit Sch ist besonders in Küstenregionen oder auf Pazifikinseln verbreitet. Da eine Muschel im heilen Zustand nur eine einzige (oft recht große) Öffnung besitzt, benötigt es noch eine weitere, damit die Luft wieder aus dem Körper gelangen kann. Nur auf diese Weise ist es möglich, einen Ton zu erzeugen, da alleine durch einen Luftdruck in einem Körper kein Geräusch entsteht.

 

Um dieses kleine Loch reinzubohren, ist es nicht unbedingt notwendig, die Spitze gegenüber des konischen Ausgangs abzusägen. 

 

Tatsächlich erinnert das Musikinstrument mit Sch an eine Trompete, oder an einen sehr altmodischen Lautsprecher. Viele Spieler möchten auch an der Seite reinblasen, dann schneidet man eben ein Loch an die Seite rein. Bei der ersten Variante zeigt die Muschel nämlich gerade vom Mund des Spielers weg, nicht schräg nach unten wie bei Trompete oder Flöte. Ist das Spielloch jedoch seitlich angebracht, kriegt der Spieler es entweder „an die Backe“ oder es zeigt vom Mund aus nach unten. Je nachdem, auf welcher Seite das Loch angebracht ist.

 

Möglicherweise sind Schneckentrompeten schon seit 20 000 Jahren bekannt. Gefunden wurden 5 000 Jahre alte Exemplare.

Das ist die östliche Schabbaba

Eine arabische Längsflöte, von den Jesiden als heilig empfunden. Sie hat eine lange Vorgeschichte, Vorläufer stammen aus dem Gebiet der heutigen Türkei, Nordafrika und dem Irak. Der Klang der Schabbaba ist ähnlich der einer Trommelpfeife, aber etwas niedriger.