Karibisches Instrument

Karibische Instrumente

Karibik Instrumente

Blechtrommel Instrument Karibik

 

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Karibische Instrumente

In diesem Beitrag tauchen wir in die faszinierende Welt der karibischen Instrumente ein. Nicht alle davon stammen direkt aus der Karibik oder finden nur in dieser Region Verwendung. Eine haitianische Trommel stammt ursprünglich aus Westafrika, während wir auf Kuba und in Mexiko jeweils eine eigene Art der peruanischen Kistentrommel Cajon vorfinden.

Barril de bomba

Eine Trommel aus Puerto Rico. Sie besteht aus einem Rumfass aus Eiche (etwa 65 Zentimeter hoch) mit darüber aufgespanntem Ziegenleder. Dieses Membran wird mit einem Ring befestigt, wobei Metallstäbe oder Seile das Fell am Fass fixieren. Metallstäbe können direkt am Korpus festgeschraubt und am Ring eingehakt sein, während für Seile gerne Löcher an der Unterseite des Korpus eingearbeitet sind.

 

Eine Barril de bomba ist nicht besonders günstig, du musst 600 bis 1 000 Dollar hinlegen.

Maracas

Maracas sind in ganz Lateinamerika verbreitet, wie auch in der Karibik und auf englischsprachigen Karibikinseln.

 

Eine Maracas besteht aus einem ovalförmigen Körper („Bällen“) mit Kieselsteinen drinnen. Am Ball schließt ein Stiel an, an dem das Instrument gehalten werden kann. Der Ball war früher aus Kürbis oder Schildkrötenpanzern, heute gibt es auch Modelle aus Holz, Kunststoff oder Leder. Je nach Struktur / Größe bringt die Maracas einen höheren oder tieferen Ton zustande.

 

Maracas-Spieler verwenden meist ein Maracas-Paar, eines in jeder Hand. In Melodien und Liedern gibt man mit den Maracas den Takt an, es ist also ein klassisches Perkussionsinstrument.

 

Das Instrument wurde schon vor der Ankunft der Europäer auf dem amerikanischen Kontinent gespielt, von den Ureinwohnern. Wir wissen heute nicht, auf welchem Teil Lateinamerikas es zuerst Verwendung fand. Manche vermuten, in Puerto Rico, andere in Brasilien. Schon lange werden Maracas im Zuge schamanischer und hellseherischer Rituale verwendet. In Guatemala haben sie indigene Menschen auch an Feiertagen gespielt.

Claves

Auch bekannt als Rumbastäbchen oder Klanghölzer / Klangstäbe. Ein Paar wird immer aneinandergeschlagen, was für einen ziemlich dumpfen und klickenden, aber auch hellen sorgt. In der Regel sind beide Stäbe gleich lang (20 – 25 Zentimeter ) und gleich dick (circa zweieinhalb Zentimeter), doch die Modelle können sich auch voneinander unterscheiden.

 

Die Claves besteht traditionell aus Holz, heute gibt es auch Modelle aus Kunststoff oder Glasfaser. Wobei die zwei Stäbe eines Paares logischerweise jeweils das gleiche Material haben.

 

Weshalb kann man nicht einfach zwei beliebige Holzstäbe aneinander schlagen, zum Beispiel zwei Holzkochlöffel? Diese Problematik haben Claves-Hersteller erkannt, deshalb bieten sie auch Stäbe an, die innen hohl sind. So verbessert sich der Klang, er wird lauter und besser hörbar, außerdem durchdringender. Das Instrument erregt so noch mehr Aufmerksamkeit.

 

Die Klangfarbe hängt auch damit zusammen, wie der eine Stab gehalten wird (Zeigefinger, Daumen und so weiter). Man hält ihn gerade mit der nicht-dominanten Hand fest. Er ist also ruhend, während der in Bewegung ist. Der ruhende Teil heißt hembra (Weibchen), der schlagende macho (Männchen).

 

In Kuba hat die Claves eine lange Tradition, wobei ganz ähnliche Instrumente auch in Teilen Afrikas Verwendung finden.

Bongo

Ein afro-kubanisches Trommelpaar. Es ist fest miteinander verbunden. Somit zählt es zu den Trommelsystemen, die zwar zwei Membrane aufweisen, diese aber nicht auf einer Trommel aufgespannt sind (nicht auf beiden Seiten). Wie auch einige andere Perkussionsinstrumente der lateinamerikanischen Musik ist 

Conga

Eine kubanische Trommel. Der Korpus des karibischen Instruments ist ursprünglich wie ein Fass aufgebaut, er ist also aus Längshölzern zusammengesetzt und besteht aus Holz oder Glasfaser. Der Spieler bespielt den Fell-Korpus mit der Handfläche oder mit einzelnen Fingern, Kubanische Volksmusiker benutzen auch Stöcke. Dieses Fell bestand ursprünglich aus der Haut von Wasserbüffeln, Ochsen, Rindern oder Maultieren, heute kommen auch künstliche Felle zum Einsatz.

 

Das Metallring wird bei den modernen Varianten mit einem Metallring an der Oberfläche des Korpus festgeschraubt, was ein mechanisches Stimmen ermöglicht.

 

Die Conga ist ein sehr langes Instrument, sie ist etwa 75 Zentimeter hoch, der Durchmesser ist von Modell zu Modell verschieden. Die kleinen, hoch klingenden Modellen nennen wir Quinto, die tiefen Bass-Varianten Tumba oder Salidor. Die mittelhohen Congas bezeichnen wir als Tres Dos / Tres Golpes. 

 

In einem Musikstück kommen zwei bis vier Congas zum Einsatz, manchmal auch bloß eine. Die am tiefsten klingende Conga befindet sich links vor dem Spieler, die hoch klingende rechts.

 

Die Conga ist ein Produkt der schwarzen Kubaner. Im 17. und 18. Jahrhundert wurden viele Bewohner des afrikanischen Kontinents als Sklaven nach Kuba verschifft und brachten ihre Trommeln mit, aus denen die Conga erschaffen wurde. Zunächst kam die Trommel im Rumba zum Einsatz, während sie ab den 1930ern auch im amerikanischen Jazz Verwendung fand.

 

 Die Wortherkunft „Conga“ erinnert schon an den afrikanischen Staat Congo. Tatsächlich werden im südlichen Teil Afrikas die Bantu-Sprachen gesprochen, wo das Wort „Conga“ vorhanden ist, was so viel wie Nabelschnur heißt.

Panderetas / Panderos

Das sind spanischsprachige Trommeln, die auch in Lateinamerika und der Karibik bekannt sind. Je nach Land und Region bezeichnen die beiden Wörter dasselbe Instrument oder jeweils unterschiedliche Varianten. Auf jeden Fall sind sowohl Panderetas als auch Panderos tambourinenähnliche Rahmentrommeln. Die Pandereta hat immer Metallschellen, die am Rahmen befestigt sind. Manchmal befinden sich sogar mehrere Schellenkreise untereinander angeordnet, es gibt aber auch Panderetas mit wenigen, einzelnen Schellen.

Guiro

„Guiro“ bedeutet so viel wie Flaschenkürbis oder Ratschgurke, wobei der Begriff aus der Arawak-Sprache entstammt. Der Körper besteht für gewöhnlich aus Holz, es gibt auch Metall-, Kunststoff und natürlich Kürbismodelle. Er besitzt zahlreiche kleine Kerben. Den Klang erzeugt man, indem man mit dem Spielstock an der Guiro entlangfährt. Er besteht meist aus demselben Material wie der Körper. Führst du schnellere Bewegungen aus und drückst fester auf die Guiro, erzeugst du entsprechend einen lauteren Ton. Sind die Bewegungen langsamer, ist es möglich, einen längeren Ton zu erzeugen. Du kannst zum Spielen auch die Spitze des Stockes verwenden.

 

Die Guiro wurde wohl vom indigenen Tairo-Volk auf Puerto Rico erfunden. Das Instrument wurde erstmals vom Historiker Fray Abbad y Lasierra erwähnt. Es ist in allen Teilen Mittelamerikas und auf Karibikinseln wie Kuba oder Puerto Rico bekannt. Die kubanische Variante ist weniger länglich, sondern eher rundlich oder „fetter“, klassische sind zylinderförmig.

 

Vorläufer der Guiro sind vom Aztekenreich in Mexiko bekannt.

 

Nicht alle Guiros haben das kerbenförmige Muster, aber der Hohlkörper darf natürlich nicht glatt sein, sondern muss uneben sein. Es gibt eine Unzahl an Gestaltungsmöglichkeiten. Es gibt Tiermodelle, wie Frösche oder Vögel, die über ihrem Rücken Zacken aufweisen. Besser eignen sich allerdings Krokodil-Modelle, da diese Reptilien zackige Rippen auf dem Rücken haben. Seltene Modelle haben mehrere mit einem Brett verknüpfte, unterschiedlich große Körper, womit es möglich wird, unterschiedlich hohe Töne zu spielen. Manche Körper sind ganz geschlossen, an der Seite offen oder haben mehrere Schalllöcher. Diese sollen auch zum Festhalten des karibischen Instruments dienen.

 

Lateinamerikanische Maracas und brasilianische Ganzas sind ähnliche Instrumente, außerdem das Reco-Reco, Frottoir oder die kolumbianische Guacharaca.

Cajon

Dieses karibische Instrument besteht aus einer Kiste, mit der Spielfläche auf einer der 6 Seiten und Schalllöchern an der Seite, im Verhältnis zu der Spielfläche. Bei manchen Modellen befindet sich das Schallloch auf der Rückseite, so kann der Klang direkt geradeaus nach außen schwingen.

 

Der Spieler setzt sich auf einen peruanischen Cajon drauf, wobei die Spielfläche dann in Richtung Körperseite zeigt. Kubanische (also karibische) Cajones sind kleiner.

 

Die Cajon besteht aus Sperrholz. Das Hauptmerkmal der Spielseite besteht darin, dass sie dünner ist als die anderen Platten.

 

Die Cajon wird meist mit den Händen angeschlagen, teilweise auch mit Stöcken, Pinsel und Besen. Den peruanischen Cajon kannst du auch mit den Füßen anschlagen.

 

Zwei Varianten der Cajon werden an der Karibikküste gespielt: die mexikanische Cajon de Tapeo und die kubanische Cajon de Rumba. Bei beiden Modellen setzt der Spieler sich nicht direkt auf die Trommel, sondern stellt das Instrument zwischen den Beinen auf. Er selbst sitzt in der Regel auf einem relativ niedrigen Stuhl oder Hocker. Bei der kubanischen Cajon de Rumba ist das auch recht einfach möglich, da diese Kiste viel länger als breit ist. Ursprünglich handelte es sich um Holzkisten, in denen man Fisch über das Meer transportierte.

 

Der mexikanische Cajon de Tapeo ist deutlich flacher, weshalb ein Spieler fast in der Hocke verbleibt, während er auf dem Instrument spielt. Er kann seine Cajon de Tapeo auch auf den Tisch stellen.

 

Europäische und nordamerikanische Straßenmusiker verwenden den Cajon als Schlagzeug-Ersatz, da er leichter transportierbar ist. Das sind dann in der Regel die peruanischen Varianten, nicht die karibischen.

 

Der Cajon ist nicht in besonderer Weise verziert, doch das Holz des Anschlagbretts hat für gewöhnlich eine andere Farbe.

Tanbou

Die Tanbou ist eine längliche Fasstrommel aus Haiti. Sie ist etwa einen halben Meter lang und circa 23 Zentimeter breit. Es zählt zu den Instrumenten, die die nationale Kultur Haitis charakterisieren.

 

Der Korpus kann wahlweise kreativ und bunt verziert sein, wie das bei afrikanischen Instrumenten oft der Fall ist. Zum Aufspannen des Membrans ist dieser mit einem Reifen verbunden. Ein eher kompliziertes Seilsystem fixiert den Reifen so, dass die Seile an der unteren Seite des Korpus ebenfalls verschnürt sind.

 

Zum Anspielen benutzt man einen Holzstock oder beide Hände.

 

Tatsächlich ist der Banda-Rhythmus in Nigeria lange ausgestorben, lebt aber auf Haiti weiter.

 

Das karibische Instrument wurde von westafrikanischen Sklaven nach Haiti gebracht. Angeblich sind die nigerianischen Vorläufer von Angehörigen der Vodun-Religion erschaffen worden. Auch heute misst man der Tanbou in Haiti heilende Kräfte bei. Außerdem verwenden Haitianer sie zur Tanzbegleitung und zur Verbesserung der Heiterkeit.

Vaksin

Ein karibisches Instrument aus Haiti. Es besteht aus einem Bambusrohr. Da sie mehrere Zentimeter breit ist, wird sie nur an die Mundgegend gepresst, es ist nicht möglich, sie zwischen den Lippen zu halten.

 

Die Vaksin ist sehr einfach, man kann nur einen einzigen Ton erzeugen. Tatsächlich wird vermutet, sie stamme von den ausgerotteten Indianern, habe aber durch die schwarzen Sklaven irgendwie weiterbestanden. Vielleicht fanden auch die französischen Kolonialisten daran Gefallen. Eine andere These geht davon aus, die Vaksin stamme ursprünglich aus Westafrika.

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Juni 1990: Der aus Haiti stammende US-Amerikaner Boulou

Bertrand spielt das Vaksin im Norden von Miami, Florida.

Dhantal

Eines der besonderen karibischen Instrumente, das in Trinidad und Tobago vorhanden ist. Das Perkussions-Objekt besteht aus zwei Teilen: ein großer Metallstock, etwa einen halben Meter lang, und ein U-förmiges, 18 Zentimeter langes Element (Stab und Schläger). Beide Teile bestehen aus dem gleichen Material, gebräuchlich sind Kupfer oder Messing.

 

Du kannst den kleinen Schläger kurz an den Stab schlagen, das erzeugt ein nachhallendes Geräusch. Hältst du ihn noch kurz daran fest, hast bekommst du so einen dumpfen Klang hin. In jedem Fall kann man den Klang mit der einer Triangel vergleichen. Ohnehin trifft Metall auf Metall.

 

Verschiedene Kreise bezeichnen das Dhantal als indisches anstatt als karibisches Instrument. Tatsächlich kamen im 19. Jahrhundert viele Inder als Arbeiter auf die Karibikinsel Trinidad. Strittig ist, ob sie es erst dort erfanden oder aus Indien mitbrachten.

 

Die indischen Arbeiter verrichteten Tätigkeiten in der Landwirtschaft. Der U-förmige Schläger ist von Hufeisen abgeleitet, während die Stange für die Karren benötigt wurden.

 

Wir können sagen, dass das Instrument von den Bewohnern von Trinidad und Tobago weiterentwickelt wurde. Die Nachkommen der indischen Einwanderer spielen es noch heute bei ihren hinduistischen Zeremonien.

Chak-Chak

Dieses Instrument wird auf den Antillen gespielt, also auf Kuba, Jamaika, der Hispanola und Puerto Rico, außerdem auf St. Lucia. Es ist von der Spielweise her ein Rasselinstrument wie die Maracas. Allerdings hat es keinen geschlossenen Körper. Stattdessen sind zahlreiche runde Perlen am einen Ende des Stiels mit Schnüren an ihm verknüpft. Ergänzt wird dies mit schwarzen, hohlen halb-dattelförmigen Elementen aus Leder.